Börsenverein legt »Deal«-Kartellbeschwerde ein

Ist der bundesweite Bibliothekseinkauf der „Deal“-Allianz ein Fall fürs Bundeskartellamt? Der Börsenverein hat bei den Kartellwächtern eine Beschwerde eingelegt, bestätigt der Verband auf buchreport-Nachfrage.

„Der Börsenverein hat sich bereits nach dem Abschluss des ersten Deal-Vertrags mit Wiley in der ersten Jahreshälfte mit einer Aktualisierung der Kartellbeschwerde befasst und eine erweiterte Beschwerde ans Bundeskartellamt übermittelt“, berichtet Börsenvereins-Justiziar Christian Sprang. Aktuell warte man auf Rückmeldung, ob ein offizielles Verfahren eingeleitet wird. Dass der Börsenverein die gebündelte Abwicklung à la „Deal“ kritisch sieht, hat er bereits in der Vergangenheit deutlich gemacht. Er war 2017 aber im ersten Anlauf mit einer Kartellbeschwerde gescheitert.

Der Verband moniert vor allem die „Quasi-Exklusivvereinbarungen“ mit den Großverlagen Elsevier, Springer Nature und Wiley, die sich etwa die Hälfte des deutschen Wissenschaftsmarktes teilen. „Die Marktchancen kleinerer Verlage sinken drastisch, da ihre Open-Access-Projekte nicht mehr wettbewerbsfähig sind. Der Buchhandel und Fachinformationsdienstleister werden weitgehend aus dem Handel mit deutschen Wissenschaftseinrichtungen verdrängt“, so Sprang. Ähnliche Einschätzungen hört man auch anderswo, verbunden mit der Kritik, dass man das Prestigeprojekt „Deal“ um jeden Preis habe umsetzen wollen – und so die großen Verlage weiter stärke.

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