Niko Stoifberg über »Dort«

In den aktuellen Frühjahrsprogrammen finden sich zahlreiche Romandebüts deutschsprachiger Autoren. buchreport stellt 13 dieser Nachwuchsschriftstellerinnen und -schriftsteller in Steckbriefen vor. Heute: Niko Stoifberg, dessen Debüt „Dort“ im Februar bei Nagel & Kimche erschienen ist.

Niko Stoifberg, geboren 1976 in Luzern, hat Anglistik und Germanistik studiert und als Kellner, Zeitungsausträger, Journalist, Cartoonist und Redakteur gearbeitet. Eine Auswahl seiner „Vermutungen“, die seit 2005 als Kolumne im Kulturmagazin „041“ erscheinen, liegt als „Das Blaue Büchlein“ vor. „Dort“ ist sein erster Roman. (Foto: Hendrik Dietrich)

Mein Roman in drei Sätzen

Sebi Zünd hat ein Kind getötet. Nur die Mutter weiß, was er getan hat, und hält ihn zur Strafe bei sich gefangen. Dort macht er eine Entdeckung, die Recht und Unrecht ins Wanken bringt.

Mein Weg zu Nagel & Kimche

Der hat von Luzern erst nach Bern geführt, zur Agentur Altas. Von dort dann über Berlin nach Zürich, an die Neptunstraße, zu Nagel & Kimche. Wegzeit: ungefähr anderthalb Jahre.

Das Verdienst meiner Lektorin

Dass das Buch den Sturm heil überlebte, der das Jahr 2018 für den Verlag war.

Mein Eindruck vom Literaturbetrieb

Mir kommt Picassos „Guernica“ in den Sinn.

Meine Lieblingsbuchhandlung

Die Hirschmatt-Buchhandlung in Luzern. Oder auch Wortwahl in München (trotz des Namens). Grundsätzlich jedenfalls lieber kleiner – die Masse wirkt entwürdigend, und Auswahl gibt’s ja bei Amazon. Was auch eine Rolle spielen mag: Bei Herder in Freiburg im Breisgau hab ich mich als Kind mal verirrt. Das hat mich traumatisiert.

Meine Lieblingsautorin

Agota Kristof.

So lese ich

Unendlich langsam, sagt meine Freundin, und der Stapel neben dem Bett sagt dasselbe. Am liebsten in der Badewanne. Die ist der beste Test für ein Buch: Ist es langweilig, fallen einem die Augen zu und kurz darauf das Buch ins Wasser. Das hat es dann auch verdient.

Schreiben ist für mich

Die einzige Art, zu sagen, was ich sonst nicht zu sagen wage.

Wenn ich nicht gerade schreibe

Starre ich aus dem Fenster oder in den Kaffeesatz. Wenn es Schnee hat, fahre ich gern Ski. Aber leider hat es nicht mehr viel.

Warum haben Sie dieses Debüt ins Programm genommen?

„Dort“ haben wir ins Programm genommen, weil es eine starke Geschichte ist, die uns berührt, empört, erschüttert hat, die vieles mit dem Leser macht, ihn nur sicher nicht kalt lässt. Niko Stoifbergs Debüt ist ein Roman von enormer Wucht, ein Glücksfall für jedes Programm. Das große Interesse seitens des Buchhandels und der Presse geben uns recht.

Elke Ritzlmayr, Lektorin

Debütanten im Frühjahr 2019

– im buchreport.magazin 3/2019

 

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