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Netzwerk Europäischer Buchmessen treibt gemeinsame Studien voran

Im Rahmen der Internationalen Kinder- und Jugendbuchmesse Bologna hat das Netzwerk Europäischer Buchmessen Aldus Up zwei Studien vorgestellt, die das Leseverhalten und Statistiken zu Übersetzungen in verschiedenen europäischen Ländern untersuchen. Die Studien sollen ein erster Schritt auf dem Weg zu gemeinsamen Erhebungsmethoden sein.

Piero Attanasio, Leiter für internationale Angelegenheiten des Italienischen Verlegerverbands (AIE) und Wissenschaftlicher Direktor von Aldus Up, erklärte die Vorteile des geplanten gemeinsamen Forschungsansatzes wie folgt: „Einheitliche Daten zu sammeln ist die Voraussetzung für effektive Maßnahmen auf europäischer Ebene, die das Lesen und den Handel mit Übersetzungsrechten zwischen den Ländern fördern sollen.“

Noch gebe es innerhalb Europas große Unterschiede bei den Statistiken über die Buchwelt, jedes Land führe unabhängig voneinander Umfragen durch, was es schwierig mache eine Gesamtanalyse der Entwicklungstendenzen vorzunehmen.

Unterschiede in den Erhebungen

Das zeigen auch die aktuellen Untersuchungen.

Für die Studie über das Leseverhalten wurden 24 Umfragen aus 20 Ländern herangezogen. Am auffälligsten sei das Fehlen einer gemeinsamen Definition von Lesen: einige Länder zögen nur gedruckte Bücher in Betracht, andere berücksichtigten E-Books und Hörbücher, wiederum andere schlössen auch Magazine, Internetseiten und sogar Soziale Netzwerke mit ein. Das Alter der an den Umfragen Teilnehmenden variiere ebenfalls. Was die Häufigkeit der Erhebungen betrifft, werde nur in 10 Ländern eine jährliche oder noch häufigere Umfrage unternommen. Auch in der Methode der Datenerhebung –  persönliche Interviews, gedruckte oder online durchgeführte Fragebögen und weitere – und in der Verwendung der Variablen wie Lesehäufigkeit oder Anzahl der gelesenen Bücher gäbe es Unterschiede.   

Im Hinblick auf den Fluss an Übersetzungen sammeln von 23 untersuchten Ländern 18 Daten über die Zahl der übersetzten Werke. Von diesen 18 katalogisieren 13 Länder Daten auf der Grundlage der übersetzten Sprache, 4 auf der Grundlage der Sprache und des Herkunfts- und Ziellandes, und ein Land ausschließlich auf der Basis des Landes. Weitere Unterschiede in den Erhebungen betreffen literarische Genres und Marktsegmente. Nur 8 Länder führen Umfragen über den An- und Verkauf von Übersetzungslizenzen durch, ein Phänomen, das sich teilweise mit der Anzahl der Übersetzungen überschneidet, das aber grundlegend für die Interpretation von Marktbewegungen ist. 3 dieser Länder erfassen Daten nach dem Herkunfts- oder Zielland, 3 nach der übersetzten Sprache, 2 nach beiden Variablen. Das Sprachkriterium reiche nicht aus, um entstehende Trends in Regionen festzustellen, deren Sprache, etwa Englisch, Spanisch oder Französisch, in mehr als einem Land gesprochen werde. Weniger häufig gesprochene Sprachen würden oft zusammengefasst. 

Die aktuellen Studien wurden von der AIE (für die Übersetzungen) und dem Norwegischen Verlegerverband (NPA) mit Unterstützung der Stiftung Germán Sánchez Ruipérez (für das Leseverhalten) und unter Mitwirkung und Koordination des Instituts für Buchwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz durchgeführt. Das Netzwerk des Europäischen Verlegerverbands (FEP) leistete Hilfe bei der Erschließung von Datenquellen.

Aldus Up startete 2016 als durch das Creative Europe Programm der Europäischen Union kofinanziertes Projekt und arbeitet heute mit 20 europäischen Buchmessen sowie nationalen und internationalen Interessenvertretern aus dem Buchsektor und den Bereichen Forschung und Innovation zusammen. Ziel ist es, Buchmessen aus einer europäischen Perspektive zu verbessern und zu fördern, den Austausch von Übersetzungsrechten zwischen den Ländern zu stärken und die Internationalisierung der Buchbranche voranzutreiben.

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