Nach dem Prozess ist vor dem Buch

Die Suada der Tages- und Wochenpresse zum Fall von Jörg Kachelmann dürfte nach dem heutigen Freispruch des Wetter-Experten in Kürze abebben. Für Buchverlage beginnt erst jetzt die heiße Phase. Eine Hand voll Bücher rund um den Prozess des Jahres sind in der Pipeline, das erste erscheint bereits kommende Woche.

Am Mittwoch, den 8. Juni 2011, legt der Schweizer Verlag Orell Füssli den Prozessbericht „Die Akte Kachelmann“ (ca 200 Seiten, 14,90 Euro, ISBN 978 3 280 05443 7, Auslieferung: Brockhaus Commission) des Gerichtsreporters Thomas Knellwolf vor. Der Züricher hat den Prozess laut Verlag  seit der Anklage der Staatsanwaltschaft im Mai 2010 verfolgt und will nach zahlreichen Interviews mit Prozessbeteiligten, Geschäftspartnern und Bekannten Kachelmanns die Hintergründe liefern – laut Meedia ist Knellwolf der Journalist, der im „Tages-Anzeiger“ unter der Überschrift „Kachelmann und die TV-Kommissarin“ über eine angebliche Bekanntschaft von Kachelmann mit der Ehefrau von Verleger Hubert Burda, Maria Furtwängler, spekulierte.

Wann Alice Schwarzer für Kiepenheuer & Witsch ihren „Fall Kachelmann“ (14,95 Euro, 978 3 462 04294 8, Auslieferung: Sigloch) abschließt, ist noch unklar. Im September soll zunächst ihre Autobiografie bei den Kölner erscheinen, erst im Anschluss soll Schwarzers Prozess-Exegese zum Abschluss gebracht werden – vermutlich wird das Buch Ende des Jahres ausgeliefert.

Ebenfalls schon eingeplant sind folgende Titel:

  • Justitia ist nicht mehr blind – sie schielt“ von Fritz H. Dinkelmann (ab September, Lenos Verlag, 12 Euro, ISBN 978 3 85787 421 5, Auslieferung: Prolit) enthält Gerichtsreportagen nicht nur zum Kachelmann-Prozess. Dinkelmann ist Mitbegründer der Solothurner Literaturtage und seit 1998 Deutschlandkorrespondent mehrerer Schweizer Zeitungen.
  • Wettermoderator Jörg Kachelmann. Die Hochs und Tiefs des Wetterpropheten“, herausgegeben von Jonas Timmdorf, als Print-to-Order-Buch (FastBook Publishing, ab Juni 2011, ISBN 978 613 0 19303 4).

Ein weiterer möglicher Kandidat für ein Kachelmann-Buch ist neben dem Wetterfrosch selbst (der gerüchteweise eine  Publikation plant) Kachelmanns Verteidiger Johann Schwenn, der mit der „Zeit“-Autorin Sabine Rückert bereits das Buch „Unrecht im Namen des Volkes: Ein Justizirrtum und seine Folgen“ verfasste, in dem es um Fehlurteile in Vergewaltigungsprozessen geht.


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