Michael Buchinger: »Sich der Lektüre eines Buches zu widmen, erfordert Hingabe«

Michael Buchinger (Foto: privat)

buchreport fragt regelmäßig Verlage, warum sie Bücher mit Influencern veröffentlichen. Mit einer kleinen Umfrage wechselt die Redaktion jetzt die Perspektive – und fragt Youtuber und Blogger nach ihrer Buchautoren-Rolle. Heute: Michael Buchinger („Der Letzte macht den Mund zu und „Lange Beine, kurze Lügen“, Ullstein).

 

Was macht für Sie das Medium Buch aus?

Am Medium Buch finde ich toll, dass man eine intimere Bindung zu seinen Leserinnen und Lesern hat als das womöglich auf Instagram und Co. der Fall ist. Ein Like auf den sozialen Netzwerken ist schnell mal vergeben; sich mehrere Stunden der Lektüre eines Buches zu widmen, erfordert meiner Meinung nach schon ein bisschen mehr Hingabe.

Warum haben Sie sich dazu entschieden, ein eigenes Buch zu veröffentlichen?

Es klingt wahrscheinlich wie ein Klischee, aber Bücher schreiben war einer meiner Kindheitsträume: Ich war der Typ, der mit 12 ein Referat zum Thema „Traumberuf Autor“ gehalten hat. Abgesehen davon halte ich es für eine erfrischende Abwechslung, mal etwas mehr Arbeit und Zeit in ein Projekt zu investieren. Meine Youtube-Videos brauchen von der Idee bis zur Veröffentlichung manchmal nur wenige Stunden und ich finde es mittlerweile spannender, an Projekte zu arbeiten, die ein bisschen mehr Planung benötigen.

Wollen Sie mit Ihrem Buch ein anderes Publikum erreichen als über Ihre Online-Kanäle?

Es war nicht mein Vorsatz, aber immer wieder lese ich Rezensionen von Leuten, die sagen, sie hätten mich nicht gekannt, bevor sie eines meiner Bücher gelesen haben. Das ist das Schöne an Buchläden: Oft entdeckt man durchs Stöbern neue Autorinnen und Autoren; ich selbst greife immer wieder zu Büchern, einfach weil mir der Titel oder das Cover gefällt. Im Internet dagegen muss man meist gezielt nach mir suchen, um auf meine Inhalte zu stoßen.

Ist es ungewohnt, sich von einem Verlag in die eigenen Inhalte hineinreden zu lassen?

So viel wurde gar nicht hineingeredet, aber das Feedback, das ich bekommen habe, war doch sehr hilfreich – besonders beim ersten Buch. Da ich meine Texte jahrelang nur auf Blogs veröffentlicht habe, hatte ich einen leichten Hang zum Schwafeln und es war gut, dass mir meine Lektorin geholfen hat, ein bisschen Struktur in meine Texte zu bringen.

Wie ist Ihr Eindruck von der Buchbranche?

Mein Erfahrungen in der Buchbranche waren sehr positiv; ich bekomme jedoch den Eindruck, dass es gerade fordernde Zeiten sind. Mit dem Angebot von Netflix, Youtube und Co. werden Leute, die in ihrer Freizeit lesen, leider seltener. Ich verstehe, dass die Folgeerscheinung daraus ist, dass Menschen wie ich Buchverträge bekommen. Ich hoffe, wir können helfen!

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