Mercedes Spannagel über »Das Palais muss brennen«

Mercedes Spannagel, geboren 1995, studiert Maschinenbau in Wien. Sie erhielt für ihre Texte diverse Preise, u.a. 2014 den Exil-Jugendliteraturpreis Wien, den Rauriser Förderungspreis 2017, den 1. Platz FM4 Wortlaut 2018. Sie nahm an diversen Schreibwerkstätten teil, zudem zahlreiche Veröffentlichungen in Anthologien und Literaturzeitschriften. „Das Palais muss brennen“ (Kiepenheuer & Witsch) ist ihr erster Roman. (Foto: Ingo Pertramer)

In den aktuellen Herbst-Programmen finden sich zahlreiche Romandebüts deutschsprachiger Autorinnen und Autoren. buchreport stellt 14 dieser Newcomer in Steckbriefen vor. Heute: Mercedes Spannagel.

Mein Roman in drei Sätzen

Luise und Yara sind Töchter der rechtskonservativen Bundespräsidentin Österreichs. Sie rebellieren oder versuchen es zumindest (Luise kauft sich zum Beispiel einen Mops, weil die Mutter sich den neunten Windhund zugelegt hat). Für den Opernball ist eine Guerilla-Kunstaktion geplant, aber dann kommt es anders.

Mein Weg zu Kiepenheuer & Witsch

Es war super surreal: Letzten September bin ich morgens immer in Ecuador mit den E-Mails meiner Agentin Nora Boeckl von der Agentur Petra Eggers aufgewacht, ich war dort wegen eines technischen Praktikums. Ich bin durch den Amazonas gelaufen, während Nora in Deutschland ganz viel gemacht hat, sodass ich bei meiner Rückkehr gleich den Verlagsvertrag unterschreiben konnte.

Das Verdienst meiner Lektorin

Ohne Mona Leitner kein Buch, keine glückliche Autorin und kein Mops-Merchandising.

Mein Eindruck von Literaturbetrieb und Buchbranche

Man muss reinkommen, wie in den Himmel, dann ist alles ok.

Meine Lieblingsbuchhandlung

Am häufigsten Bücher gekauft in Wien bei Hartliebs Bücher.

Meine Lieblingsautorinnen

„Hab vor lauter Lieblingsautorinnen kein Platz (hab kein Platz). Weil ich viel zu viel Lieblingsautorinnen hab (oida so viele).“ (aus: 1 Berg Money, Young Krillin ft. Yung Hurn)

So lese ich

Früher habe ich das Ende vorm Anfang gelesen, heute nicht mehr.

Schreiben ist für mich

Love&Hate.

Wenn ich nicht gerade schreibe

Arbeite ich daran, CEO von Daimler zu werden.

Warum haben Sie dieses Debüt ins Programm genommen?

Mercedes Spannagel gelingt das Kunststück, ein bitterernstes, aktuelles Thema auf ungewöhnliche, kluge und dabei extrem unterhaltsame Weise in die Literatur zu holen: das Erstarken der Rechtspopulisten in Europa. Der sehr besondere, selbstbewusste Ton und der große, böse Sprachwitz haben uns umgehauen. Eine derartige erzählerische Souveränität ist für Debütantinnen ungewöhnlich – wobei das Wort „Souveränität“ viel zu verstaubt klingt für diese Sprache, die jedem mensurwütigen Burschenschaftler den Säbel aus der Hand schlägt. Mit Mercedes Spannagel betritt ein literarisches Ausnahmetalent die Bühne – und wir sind sehr froh, dabei sein zu dürfen.“

Mona Leitner, Lektorin für deutschsprachige Literatur

Debütanten im Herbst 2020 – im buchreport.magazin 07-08/2020

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