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Meine Buchgeneration kommt ans Ruder

Wie kann sich ein Einzelkämpfer im Geschäft der Literaturagenten behaupten? Oliver Brauer (Foto) hat sich im Januar nach fast fünf Jahren bei Agence Hoffman selbstständig gemacht. Im Interview mit buchreport.de beschreibt der Agent, der wohl als einziger einen echten Boxring im Büro-Keller hat, den Generationswechsel bei den Rechtehändlern.

Warum sind Sie als Solist unter den Agenten in den Ring gestiegen?
Weil ich gemerkt habe, dass mir diese Art zu arbeiten am besten liegt: Auf eigenen Beinen, eingebunden in ein Netzwerk von befreundeten Firmen aus den Kreativbereichen Film, Gestaltung und Web-Entwicklung. Wir nennen das ganze ZAMMAT – es bringt Impulse und ergibt ein Arbeitsflair, in dem man sich eigentlich gar nicht als Solist fühlt. Die Boxschule im Keller unseres Hauses trägt auch dazu bei. So ein Boxring ist übrigens ideal für Verhandlungen geeignet…

Sie sind noch jung, erkennen Sie einen Generationswechsel bei den Agenten? Wie unterscheiden sich die Jüngeren?
Es könnte sein, dass das Verlagswesen immer von Generationen geprägt wird – eine bestimmte Altersgruppe geht zusammen ihren Weg: Autoren, Lektoren, Verleger und eben auch Agenten. Meine Buchgeneration kommt sozusagen jetzt mit ans Ruder – in einer sich verändernden Medienwelt – und hat es am Puls der Zeit vielleicht etwas leichter. Gerade mit neuen Medienformen sind wir jüngeren Agenten ja sozusagen aufgewachsen.

Was entscheidet heute im Agentenbetrieb in erster Linie über Erfolg und Misserfolg?
Ich tippe auf: Den Ruhm der Autoren nicht zu sehr auf sich abfärben lassen und sich auch als Partner der Verlage sehen. Auf gleicher Augenhöhe, fair im Umgang. Die langfristige Perspektive im Blick haben, wenn es um Autoren-Verlags-Beziehungen geht.

Kontakt:
Agentur Brauer
Oliver Brauer
Schwindstr. 5 RGB
80798 München
Tel: 089 125 09 65-25
Fax: 089 125 09 65-11
www.agentur-brauer.de
www.zammat.com

Kommentare

1 Kommentar zu "Meine Buchgeneration kommt ans Ruder"

  1. Willkommen im Club,
    genauso habe ich es auch gemacht. nach sieben Jahren habe ich mich abgenabelt, weil das Denken der Agenten sich verändert hat und die Möglichkeiten im Buchgeschäft ebenfalls. Auch wir arbeiten als Dienstleistungsnetzwerk in allen Gewerken RUND UM DAS BUCH und haben damit als Einzelkämpfer, der das Gewerbe kennt viel Erfolg. Mit einem Netzwerk als Servicpool können wir gut auf Anfragen reagieren, mit der letzten Buchmesse in Frankfurt haben wir gute Kontakte schließen können, auch in der Schweiz und in Österreich.
    Es wäre toll, wenn sich die Verlage noch besser auf uns einschießen, wir machen schließlich die Vorarbeit und prüfen sehr genau, eine Arbeit die in den Verlagen nur noch in der Poststelle gemacht wird.
    Wir lieben Bücher, alles ist möglich, das ist und bleibt unser Slogan.
    Inge Kasan
    LiteraturCompany

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