Meilensteine für die Muse

Der Branchenprimus Thalia hat bei seinen Restrukturierungsmaßnahmen „wichtige Meilensteine erreicht“: So lautet die Kernbotschaft, die Geschäftsführer Michael Busch kurz vor der Frankfurter Buchmesse in einem Pressegespräch in Hagen verkündete. 
„Wir haben ein positives Wachstum auf vergleichbarer Fläche über alle Sortimente hinweg“, sagte Busch. Angaben zum Ergebnis und absolute Zahlen bleiben allerdings bis zur Vorlage des offiziellen Geschäftsberichts in der Schublade. 
Ins Detail ging Busch im Hinblick auf die Strategie, mit der Thalia den Wandel in der Branche stemmen will, der besonders das stationäre Geschäft herausfordert. Das betrifft vor allem den Sortimentsmix und die Gestaltung des Filialnetzes. Busch: „Der harte Teil der Schließungen ist durch. Es wird allenfalls noch in Einzelfällen Anpassungen geben.“

Bislang war im Rahmen der Restrukturierung von 17 Schließungen die Rede (buchreport berichtete), insgesamt 20 Filialen werden gestrichen, kündigte Busch an. „Das Ziel ist es, in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein flächendeckendes Netz von Filialen zu betreiben und damit die Kompetenz im Kerngeschäft mit dem Buch zu unterstreichen.“ 

Eine positive Zwischenbilanz zog Busch auch im Online-Bereich, wobei allerdings auch hier konkreten Zahlen vorerst unter Verschluss bleiben. Demnach verzeichnet Thalia derzeit ein zweistelliges Wachstum im Online-Kanal. 
Als wichtigen Erfolg in der Entwicklung akzentuierte Busch die Tolino-Allianz, die gemeinsam mit Weltbild und Hugendubel, dem Club Bertelsmann und der Telekom an den Start geschoben wurde. „Die Marke Tolino ist erfolgreich am Markt platziert“, so Busch und verwies auf ein dreistelliges Wachstum im E-Book-Bereich. Ob der Tolino auch unabhängigen Buchhändlern geöffnet wird, bleibt allerdings weiterhin offen. Busch: „Wir führen Gespräche. Beide Seiten müssen noch eine Menge Hausaufgaben machen.“ In naher Zukunft sei der Ausbau der Tolino-Gerätefamilie geplant, der Hand in Hand gehen soll mit technologischen Neuerungen und der Ausdehnung des Content-Angebots.
Positive Erfahrungen macht Thalia im Bereich der Zusatzsortimente mit Spielen, DVDs und Musik, die der Filialist weiter ausbauen will. Für die Präsentation dieser Sortimente wurde ein siebenstelliger Betrag investiert. In diesen Bereichen verzeichnet Thalia nach eigenen Angaben ein Umsatzwachstum von 25%. Selektiver will Thalia im Geschenkebereich vorgehen. 

Zudem will Thalia verstärkt auf Markenshops setzen, etwa mit dem bereits implementierten Bastelbedarf Rayher Hobby oder ab Oktober dem Vertrieb der Business-Accessoires des italienischen Labels Campo Marzio. Diese Flächen werden mit eigenen Mitarbeitern betrieben.

Cross-Channel ist die Formel, mit der Thalia den Schritt in die Zukunft machen will. Busch: „Wenn ein Kunde ein Buch kaufen möchte, kann er es immer und überall von Thalia bekommen, unabhängig von der Darreichungsform und vom Ort.“ In diesem Zusammenhang ist auch die Verstärkung von Thalia in der Geschäftsführung anzusiedeln. Wie berichtet, wird Klaus Ortner in die Führungsebene der Thalia-Holding einziehen. Er kommt vom Elektronik-Fachhändler Conrad, der die Multichannel-Klaviatur breit und erfolgreich bespielt. 

Mehr zum Thema im buchreport.express 40/2013 (hier zu bestellen).

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