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Marie Schmidt bekommt den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik 2019

Marie Schmidt, Feuilletonredakteurin der „Süddeutschen Zeitung“, erhält den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik 2019. Die Jury begründet ihre diesjährige Entscheidung mit dem überraschenden und bereichernden Charakter, der die Besprechungen der Preisträgerin präge. Die Fragestellungen, die ihren Texten zugrunde liegen, reichten oft über das jeweilige Buch hinaus, kombinierten dabei diskursive und literarische Aspekte: „Freihändig stellt sie Sachbücher neben Literatur, Begegnungen neben Lektüren, lässt aktuelle wie historischen Daten und Entwicklungen in ihre Betrachtungen einfließen. Hier schreibt eine reflektierte und kluge Zeitgenossin über Literatur.“

Der vom Fachmagazin „Börsenblatt“ gestiftete Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik ist mit 5.000,- Euro dotiert und wird im Rahmen der Leipziger Buchmesse öffentlich verliehen. Die Laudatio hält die Journalistin, Kritikerin und Autorin Susanne Mayer. Das Grußwort spricht Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. (Termin: Donnerstag, 21.03.2019, um 14:00 Uhr, Halle 5, Stand H 309, Forum „Die Unabhängigen“).

Die Kritikerin und Journalistin Marie Schmidt wurde 1983 in München geboren. Sie studierte Komparatistik und Kulturwissenschaften und wurde an der Deutschen Journalistenschule München ausgebildet. Nach einigen Jahren als freie Autorin und Redakteurin für das Feuilleton der „Zeit“ wechselte sie im Sommer 2018 als Literaturredakteurin zur „Süddeutschen Zeitung“. Sie war Mitglied der Jurys des Wilhelm-Raabe-Literaturpreises der Stadt Braunschweig 2017, des Lessing-Preises der Freien Hansestadt Hamburg 2017 und des Marie-Luise-Kaschnitz-Preises der Evangelischen Akademie Tutzing 2019.

Die Journalistin, Kritikerin und Autorin Susanne Mayer, Jahrgang 1952, ist promovierte Anglistin. Sie volontierte bei der „Stuttgarter Zeitung“, wo sie später Redakteurin wurde. Danach wechselte sie zur „Zeit“, bei der sie im Feuilleton als Kulturreporterin und Literaturkritikerin tätig war. Für ihre Arbeiten wurde sie 1985 mit dem Theodor-Wolff-Preis sowie 1990 und erneut 1994 mit dem Emma-Journalistinnen-Preis ausgezeichnet.

Im Jahr 1977 hat das Fachmagazin „Börsenblatt“ den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik gestiftet, der heute mit 5.000,- Euro dotiert ist. Bis 1995 wurde jedes Jahr ein besonders bemerkenswerter Literaturteil einer deutschsprachigen Zeitung oder Zeitschrift, eines deutschsprachigen Hörfunk- oder Fernsehprogramms ausgezeichnet. Seit 1996 würdigt die Jury jeweils die Arbeit einer Einzelperson. Der Preis wird nicht für eine Einzelkritik vergeben, maßgeblich ist vielmehr die Kontinuität des literaturkritischen Schaffens. Die Auszeichnung erinnert an den Schriftsteller, Theaterkritiker und Publizisten Alfred Kerr (1867 bis 1948), der in der Kritik eine eigene Kunstform sah.

Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem Insa Wilke, Daniela Strigl, Helmut Böttiger, Ina Hartwig, Gregor Dotzauer, Hubert Winkels, Manfred Papst, Nico Bleutge, Andreas Breitenstein und Michael Braun.

 

Über die Jury

Ein Expertengremium beobachtet kontinuierlich das literaturkritische Schaffen in den Medien aus dem gesamten deutschsprachigen Raum und erstellt eine Kandidatenliste für die jährliche Jurysitzung, bei der der Preisträger ermittelt wird. Der Runde gehören folgende Personen an: die Programmreferentin des Münchner Literaturhauses Dr. Katrin Lange, der Geschäftsführer der Münchner Buchhandlung Lehmkuhl Michael Lemling, die Literaturwissenschaftlerin Prof. Dr. Alexandra Pontzen, der Ehrenpräsident der Akademie für Sprache und Dichtung Prof. Dr. Klaus Reichert, der Verleger Klaus Schöffling und der „Börsenblatt“-Chefredakteur Dr. Torsten Casimir.

Frühere Jury-Mitglieder waren unter anderem die Leiterin der Casa di Goethe in Rom Dr. Maria Gazzetti und die Literaturwissenschaftlerin Dr. Rachel Salamander sowie der im Sommer 2017 verstorbene Schriftsteller, Herausgeber und Journalist Peter Härtling, der viele Jahre dem Gremium angehörte.

 

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