Lorenz Just über »Am Rand der Dächer«

Lorenz Just studierte Islamwissenschaften sowie literarisches Schreiben am Leipziger Literaturinstitut. 2017 erschien sein Erzählungsband „Der böse Mensch“ beim DuMont Buchverlag. Jetzt folgt sein erster Roman „Am Rand der Dächer“. (Foto: Robert Sievert)

In den aktuellen Herbst-Programmen finden sich zahlreiche Romandebüts deutschsprachiger Autorinnen und Autoren. buchreport stellt 14 dieser Newcomer in Steckbriefen vor. Heute: Lorenz Just.

Mein Roman in einem Satz

Ich erzähle von einer Kindheit und dem Aufwachsen mitten im Berlin-Mitte der Neunziger, von den phantastischen Überschreibungen, mit welchen mein junger Ich-Erzähler seine Umwelt versieht, und von den Enttäuschungen, wenn diese Überschreibungen sich als Illusionen erweisen, zuletzt erzähle ich auch vom Aufkommen des Mythos Amerika und wie dieser mehr und mehr den gesamten Horizont meiner ProtagonistInnen einnimmt.

Mein Weg zu DuMont

Vom Berliner Hauptbahnhof zum Kölner und von dort noch einige Stationen mit der Tram oder von der Weitergabe meines Manuskripts durch eine befreundete Schriftstellerin, über langes und banges Warten, bis zu der dann völlig überraschenden Anfrage, ob mein Manuskript überhaupt noch zu haben sei.

Das Verdienst meiner Lektorin

Angela Tsakiris hat sich nie von meiner Ungeduld, meiner Skepsis, meiner Dickköpfigkeit aus der Ruhe bringen lassen, hat alle meine Vorstellungen und Wünsche sehr ernst genommen und von Anfang an mit großer Zuversicht an meinen Roman „Am Rand der Dächer“, der da noch ganz anders und immer wieder neu betitelt war und wurde, geglaubt.

Mein Eindruck von Literaturbetrieb und Buchbranche

Ich denke und hoffe, dass sich die Buchbranche der Herausforderung, die ihr durch die Corona-Einschränkungen gestellt wird, mutig und voller Tatendrang stellen wird.

Meine Lieblingsbuchhandlung

Da gibt es sehr viele: die Tucholsky-Buchhandlung, Hundt Hammer Stein, die Buchhandlung Walther König an der Museumsinsel, Ocelot und ja, auch Dussmann.

Meine Lieblingsautoren

Zurzeit: Nadine Gordimer, Dashiell Hammett und Hannah Ahrendt.

So lese ich

Immer und überall zwischendurch, spät nachts in der Badewanne, auf meinem Klappstuhl am Schreibtisch, in der Hängematte im Park oder auf Parkbänken, manchmal baue ich mir einen Pult und lese im Stehen.

Schreiben ist für mich

Eine Möglichkeit, im Zustand permanenter Befragung der Welt, der Natur, meiner selbst und meiner Mitmenschen, von Kunst und Literatur und Zeitungslektüre zu (über)leben.

Wenn ich nicht gerade schreibe

Versuche ich, meinem Körper Erholung vom vielen Sitzen zu verschaffen und gehe spazieren. Erledige alles, was zu jedem normalen Alltag gehört. Versuche angesichts der Weltlage, die Nerven nicht zu verlieren.

Warum haben Sie dieses Debüt ins Programm genommen?

Lorenz Just hat sein außergewöhnliches schriftstellerisches Talent schon mit seinem Erzählband „Der böse Mensch“ bewiesen, und davon, dass er einmal einen großartigen Roman schreiben würde, waren wir seitdem überzeugt. „Am Rand der Dächer“ ist die Geschichte einer Kindheit im Berlin-Mitte der Nachwendezeit – ein neuer, ganz eigener Blick auf eine Welt im Ausnahmezustand. Stilistisch brillant und mit großer Fantasie erzählt. 

Angela Tsakiris, Lektorin

Debütanten im Herbst 2020 – im buchreport.magazin 07-08/2020

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