Linke Tasche, rechte Tasche

Der Online-Shop buch.de zieht sich aus dem Schweizer Markt zurück. Das hat die am Regulierten Markt notierte Buch.de Aktiengesellschaft (Münster) per Ad-hoc-Meldung am Sonntag (30.9.) gemeldet. buch.de verkauft ihre hundertprozentige Schweizer Tochtergesellschaft buch.ch AG sowie die Marke bol.ch mit wirtschaftlicher Wirkung zum 30.9. 2012 an die Thalia Bücher AG (Basel). Der Kaufpreis liege im oberen einstelligen Mio-Euro-Bereich.

Es ist ein Deal innerhalb des Thalia-Konzerns:

  • An der abgebenden Buch.de hält die Douglas-Buchtochter Thalia Holding 79,9% der Anteile.
  • Die übernehmende schweizerische Thalia Bücher AG gehört ebenfalls zu Thalia Holding.

Die Probleme des Online-Shops werden also zunächst nur neu sortiert.

Buch.de begründet den Rückzug vom Schweizer Markt: „Aufgrund der anhaltend problematischen Währungs- und Preisentwicklung in der Schweiz verzeichnet die buch.ch AG im auslaufenden Geschäftsjahr 2011/2012 eine negative Ergebnisentwicklung und belastet damit das Ergebnis des Konzerns. Mit dem Rückzug aus dem Schweizer Markt mit seiner schwierigen Preisstruktur verringert die buch.de internetstores AG das unternehmerische Risiko. Sie konzentriert sich auf einen Markt mit einheitlichen Rahmenbedingungen (Deutschland und Österreich) und festigt damit die Voraussetzungen für profitables Wachstum.“

Die „einheitlichen Rahmenbedingungen“ verweisen auf die in Deutschland und Österreich bestehende gesetzliche Buchpreisbindung; die Schweizer Buchpreisbindung war im März in der Schweiz endgültig (per Volksabstimmung) gescheitert. Die Preise sind in der Schweiz außerdem wegen der Euro-Schwäche unter Druck: Im benachbarten Ausland sind Bücher und andere Waren deutlich günstiger erhältlich.

Im jüngsten Quartalsbericht (9 Monate) hatten buch.de und die Douglas Holding eine negative Umsatz- und Ergebnisentwicklung im lange dynamisch wachsenden Online-Shop gemeldet: „Gründe für die rückläufigen Zahlen lagen in der anhaltend negativen Kurs- und Preisentwicklung in der Schweiz sowie in dem steigenden Wettbewerbsdruck in Deutschland.“

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