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Konkurrenz belebt das digitale Geschäft

Das Buchhandels-Embargo für Amazon-Bücher könnte bald Geschichte sein: In den USA hat der Onliner einen Vertrag mit Ingram zum Vertrieb der hauseigenen E-Books über andere Shops geschlossen.

Wie paidcontent.org berichtet, unterzeichnete der Amazon-Chefverleger Larry Kirshbaum (Foto) den Vertrag mit Ingram. Die Digitaltochter des Zwischenbuchhändlers CoreSource werde E-Books der New Yorker Amazon-Verlage an Wettbewerber wie Barnes & Noble, Apple und Kobo zum Weiterverkauf liefern (falls diese die Titel ins Programm aufnehmen wollten). Titel der Westküsten-Verlage von Amazon seien von dem Deal nicht abgedeckt.
Der Streit hat eine monatelange Vorgeschichte: Während Amazon sukzessive die eigenen Verlagsaktivitäten ausbaute und im Januar mit Houghton Mifflin Harcourt ein neues Imprint (New Harvest) gründete, das ausschließlich mit den Print-Ausgaben der Amazon-Imprints gespeist wird, schallte dem Onliner aus dem Buchhhandel ein lautes „No“ entgegen. So erklärte der größte stationäre US-Buchhändler Barnes & Noble sowie später auch Books-A-Million, man wolle keine gedruckten Bücher aus den Amazon-Verlagen in den eigenen Geschäften verkaufen. Begründung: Amazon wolle die E-Books aus dem eigenen Programm nicht über andere E-Book-Shops verkaufen.
An dieser Front gab es schon in den vergangenen Wochen Bewegungen, vereinzelt tauchten Amazon-E-Books in den Shops großer US-Buchhändler auf.
Auch der Print-on-Demand-Manager Aaron Rosenstein von der Amazon-Tochter Createspace hatte zuletzt im Interview mit buchreport.de angekündigt, auf Buchhändler zuzugehen, damit die eigenen Titel auch im stationären Sortiment angeboten werden (hier mehr).

Kommentare

1 Kommentar zu "Konkurrenz belebt das digitale Geschäft"

  1. Ich fürchte, es ist zu kurz gesprungen, wenn man die Amazon-Bücher (egal ob Papier oder Elektronisch) deshalb ablehnt, weil die ja die E-Books aus den anderen proprietären Systhemen auch nicht vertreiben. Das Ziel von Amazon schient zu sein, alle (wichtigen) Autoren selbst zu verlegen – in den USA hat es ja bereits Gespräche mit den Bestseller-Autoren gegeben. Und die werden nur unterschreiben, wenn ihre Bücher auch in den anderen Vertriebskanälen zu finden sind. Also geht es mit der Weigerung Amazon-Bücher zu listen darum, den Komplettumbau der Buchbranche in Richtung Amazon zu verhindern.

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