Kompaktes Karree

Auf der Frankfurter Buchmesse 2015 (14.-18. Oktober 2015) werden alle relevanten Geschäftspartner und -bereiche nur noch fünf Gehminuten voneinander entfernt sein. Das ist die frohe Botschaft, die die Organisatoren der Frankfurter Buchmesse jetzt verkünden. Kurze Wege in einer kompakten Messe, womöglich können sogar die Shuttle-Busse in der Garage bleiben.

Der Schlüssel ist die Schließung der Messehalle 8, in der seit Jahren die englischsprachigen Verlage abseits untergebracht sind, auch weil dort die seit den Anschlägen von 9/11 zunächst verstärkt gefragten Sicherheitsvorkehrungen besser zu realisieren waren. Die Folge war eine zumindest für die Fachbesucher disparate Messe der langen Wege.

Künftig wird sich alles ganz kompakt in den Messehallen abspielen, die die große Freifläche (Agora) umrahmen:

  • Die bisherigen internationalen Aussteller der Halle 8 ziehen 2015 zum großen Teil in die Halle 6 (die zuletzt nur in Teilen genutzt wurde) und zwar auf den Ebenen 6.0 bis 6.2.
  • Das Agentenzentrum Lit.Ag zieht in Halle 6 nach oben (Ebene 6.3).
  • Die englischsprachigen Wissenschaftsverlage kommen bei den deutschen Fachverlagen in Halle 4.2 unter, die sich ohnehin etwas kompakter präsentieren wollen.
  • Indien, bisher ebenfalls in Halle 8, hält Einzug in Halle 4 zusammen mit anderen asiatischen sowie den arabischen Märkten, die bisher in den Hallen 5 und 6 untergebracht waren und künftig die Halle 4 internationalisieren.
  • Die frankofone Buchwelt, bisher in Halle 6, macht dort Platz fürs Englischsprachige und zieht in Halle 5, wo auch die internationalen kontinentaleuropäischen Märkte sowie Lateinamerika versammelt sind.

Vor allem in der bisher von deutschsprachigen Verlagen und Dienstleistern geprägten Halle 4 wird folglich kräftig zusammengerückt, und es kommt zur engeren Nachbarschaft zu den asiatischen Wachstumsmärkten. Für die Halle 3 der deutschsprachigen Publikumsverlage ändert sich vom Grundsatz erst mal nichts, außer den deutlich verkürzten Wegen zu den internationalen Kollegen.

Stärker genutzt wird (in Ansätzen auch bereits in diesem Jahr) die Agora, die stärker mit Zelten und mobilen „Unterkünften“ möbliert wird.

„Der Standortwechsel zahlreicher Aussteller innerhalb des Messegeländes steht stellvertretend für den gesamten Umbruch, den die Publishing-Branche derzeit durchlebt“, stellt Juergen Boos, der Direktor der Frankfurter Buchmesse, das neue Konzept in einen Gesamtrahmen. Große Worte aus der Marketing-Abteilung: „Mit diesem Konzept wird die Frankfurter Buchmesse ihrem Anspruch als ,Welthauptstadt der Ideen‘ gerecht.“

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