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Kalter Wind in der High Street

Im britischen Einzelhandel klingeln die Alarmglocken, seit die Statistiker von PricewaterhouseCoopers und Local Data Company (LDC) schwarz auf weiß bestätigt haben, was die meisten Beobachter „gefühlt“ schon länger wissen: Der stationäre Einzelhandel auf der Insel geht am Stock. Im vergangenen Jahr wurden 5268 Ladengeschäfte geschlossen, das sind 14 pro Tag. Auch 72 Buchhandlungen waren laut LDC darunter (hier die Pressemitteilung).
Vor allem der unabhängige Buchhandel steht auf der Insel unter Druck, beklagt Tim Godfray, CEO der Booksellers Association (BA), deren Mitgliedszahlen seit Jahren nur noch den Weg nach unten kennen: Die Zahl der Indie-Mitglieder ist mittlerweile auf ca. 1250 gesunken. Dazu passt eine Studie der Einzelhandelsexperten von Experian, dass es in 580 britischen Städten gar keine Buchhandlung mehr gibt.
Die Stimmung im Buchhandel ist nicht nur wegen der Statistik gedrückt, auch die aktuellen Umsatzzahlen, die Nielsen BookScan für die High Street ermittelt hat, machen der Branche keine Freude: Nachdem der Januar um 12% hinter dem Vorjahr zurücklag, verfestigte sich der Negativtrend im Februar mit –13%. Vor allem Unterhaltungsliteratur im Taschenbuch ist ein Sorgenkind, was viele Marktbeobachter allerdings nicht nur auf den anhaltenden Vormarsch von E-Books auf der Insel zurückführen, sondern auch auf Waterstones’ Abschied von den 3-for-2-Billigpaketen.
BA-Chef Godfray schlägt lautstark Alarm. In einem Brief an alle Bürgermeister in Großbritannien greift er den Einzelhandelsreport auf, den die Regierungskoalition im vergangenen Jahr bei der Shopping-Expertin Mary Portas in Auftrag gegeben hatte, und fordert eine schnelle Umsetzung der von Portas vorgeschlagenen Rettungsmaßnahmen für die High Street (buchreport.de berichtete). Günstiges Parken sowie niedrigere Gewerbesteuern für kleinere Läden stehen dabei in seinem Forderungskatalog ganz oben.

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