JIM-Studie 2019: Jugendliche lesen weniger Bücher

Das Medienrepertoire von Jugendlichen wird größer, dafür greifen sie seltener zum Buch. Das ist das Ergebnis der JIM-Studie 2019, die der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest vergangene Woche veröffentlicht hat. 

Die Studien-Ergebnisse zum Bereich Lesen: 

  • Im Gegensatz zum Vorjahr ist die Zahl der 12- bis 19-Jährigen, die täglich oder mehrmals pro Woche zum Buch greifen, um 5% auf 34% gesunken.
  • Rund 20% der Jugendlichen greift innerhalb von 14 Tagen zu einem gedruckten Buch, gut jeder Vierte einmal im Monat oder seltener.
  • 28% von ihnen lesen einmal im Monat oder seltener ein Buch.
  • 18% der Befragten gab an, nie in der Freizeit in gedruckten Büchern zu lesen.

Wie bereits in den Vorjahren zeigen Mädchen eine höhere Affinität zu Büchern: Zwei von fünf Mädchen, aber nur gut jeder vierte Junge greift in der Freizeit regelmäßig zum Buch. Der höchste Anteil regelmäßiger Leser findet sich in diesem Jahr unter den 16- bis 17-Jährigen. Auch der Bildungshintergrund beeinflusst die Büchernutzung: Während 38% der Gymnasiasten regelmäßig zum Buch greifen, sind es bei Jugendlichen, die eine Haupt- oder Realschule besuchen, 28%.

E-Books zeigen nach wie vor keine breite Relevanz im Medienalltag Jugendlicher:

  • Wie im Vorjahr lasen nur 7% der Jugendlichen regelmäßig E-Books, für ein Viertel gehört die Lektüre von elektronischen Büchern zumindest selten zum Freizeitalltag.
  • Drei von vier Jugendlichen beschäftigen sich nie mit digitalen Büchern.

Die rückläufigen Zahlen der bücherlesenden Jugendlichen sind laut JIM-Studie mit einem stetig wachsenden Medienrepertoire zu erklären. Rund 3 von 4 Familien haben ein Abonnement für einen Video-Streaming-Dienst wie beispielsweise Netflix oder Amazon Prime Video abgeschlossen. Auch weitere Online-Kanäle wie Youtube stehen bei den Jugendlichen hoch im Kurs.

Die Studienreihe JIM (Jugend, Information, Medien) wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest seit 1998 jährlich in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk (SWR) durchgeführt. Für die repräsentative Studie wurden im Frühsommer 2019 1.200 Jugendliche nach ihrem Medienverhalten telefonisch befragt.

Die komplette JIM-Studie finden Sie hier

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