Janna Steenfatt über »Die Überflüssigkeit der Dinge«

In den aktuellen Frühjahrs-Programmen finden sich zahlreiche Romandebüts deutschsprachiger Autoren. buchreport stellt 14 dieser Newcomer in Steckbriefen vor. Heute: Janna Steenfatt

Janna Steenfatt, geboren 1982 in Hamburg, studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und arbeitet als freie Autorin und Moderatorin für verschiedene Filmfestivals. Sie war Stipendiatin des Klagenfurter Literaturkurses, Teilnehmerin des 19. Open Mike und erhielt zahlreiche Aufenthaltsstipendien. Ihr erster Roman „Die Überflüssigkeit der Dinge“ erscheint bei Hoffmann und Campe. (Foto: Sascha Kokot)

Mein Roman in drei Sätzen

Ina ist Ende 20, hangelt sich durch die Nächte auf St. Pauli und wartet darauf, dass das richtige Leben anfängt. Nachdem ihre Mutter, die früher einmal eine bekannte Theaterschauspielerin gewesen ist, bei einem Autounfall ums Leben kommt, will Ina ihren leiblichen Vater treffen und begibt sich zurück an den Ort ihrer Kindheit: ins Theatermilieu. Dort lernt sie die Liebe kennen und den Verrat an ihr.

Mein Weg zu Hoffmann und Campe

Meine wunderbare Agentin, Meike Herrmann von Graf & Graf, hat den Weg geebnet. Maria Ebner von Hoffmann und Campe hat schnell reagiert und ist extra nach Leipzig gekommen, damit wir uns persönlich kennenlernen. Beim Treffen war mir sofort klar, dass das gut passt mit uns, weil wir literarisch das Gleiche wollen und uns dieselben Themen umtreiben.

Das Verdienst meiner Lektorin

Ich habe bei Maria sofort eine echte Begeisterung für meinen Text gespürt. Sie hat ihn oft sogar gegen mich selbst und meinen Kürzungswahn verteidigt.

Mein Eindruck von Literaturbetrieb und Buchbranche

Durch mein Studium am Literaturinstitut habe ich das Gefühl, ganz langsam in den Literaturbetrieb hineingewachsen zu sein. Das mildert den Respekt etwas ab. Wir kennen uns ja sozusagen von früher. So ganz traue ich ihm allerdings noch immer nicht über den Weg. Er scheint mir etwas launisch und sprunghaft zu sein. Ich bin gespannt, was passiert, wenn jetzt aus unserem harmlosen Flirt eine richtige Beziehung entstehen soll.

Meine Lieblingsbuchhandlung

Die Connewitzer Verlagsbuchhandlung in Leipzig.

Meine Lieblingsautorin

Marguerite Duras.

So lese ich

Oft beim Essen. Gern im Café. An Winterwochenenden ganze halbe Tage im Bett. Wenn ich tief im eigenen Text stecke, lese ich vorwiegend englischsprachige Bücher im Original, weil ich da weniger Gefahr laufe, unbewusst einen Ton zu kopieren.

Schreiben ist für mich …

…  existenziell.

Wenn ich nicht gerade schreibe …

…  sammle ich Erfahrungen, über die ich eines Tages vielleicht schreiben werde.

 

Warum haben Sie dieses Debüt ins Programm genommen?

Janna Steenfatt erzählt ganz unaufgeregt und dafür literarisch umso herausragender von einer jungen Frau, der die Welt abhandenkommt, die sich nach dem Tod ihrer Mutter verliert und auf der Suche nach ihrem Vater wiederfindet. „Die Überflüssigkeit der Dinge“ handelt von Verlust, Liebe, Herkunft und Identität. Ein beeindruckendes Debüt ist der Roman vor allem, weil Janna Steenfatt eine ganz eigene Sprache für die Welt ihrer Protagonistin findet, die vor allem über Auslassungen und Andeutungen funktioniert. Dabei steht am Ende die Erkenntnis, dass sich das Leben ganz gut ertragen lässt, wenn man einfach aufhört zu glauben, dass sich irgendwann alles zum Guten wenden werde.

Maria Ebner, Lektorin

 

Debütanten im Frühjahr 2020 – im buchreport.magazin 01/2020

 

Kommentare

1 Kommentar zu "Janna Steenfatt über »Die Überflüssigkeit der Dinge«"

  1. Bernd Steenfatt | 2. Februar 2020 um 23:32 | Antworten

    Ja Janna, nun wird es Ernst mit Deinem Buch.Bin gespannt, wie es aufgenommen wird..
    Erika hat es bestellt als E Book und alles Gute bei Deiner Lesung in HH, da kommen wohl so einige Termine auf Dich zu…mir wäre das zu viel Rummel um meine Person.

    Liebe Gruesse aus Schweden: Erika und Bernd

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