So hilft Spitta Zahnärzten bei der Digitalisierung ihres Leistungsprozesses

Katharina Colagrossi. Foto: Spitta

Katharina Colagrossi ist Diplom-Biologin und Produktmanagerin Digitale Geschäftsmodelle im Spitta Verlag, der heute zur WEKA-Gruppe gehört. Zuvor war sie in der Thieme-Gruppe beschäftigt. Foto: Spitta

Etablierte Anbieter von Fachinformationen setzen verstärkt darauf, diese Informationen in selbst entwickelte Branchensoftwares integriert anzubieten. Nicht jeder geht dabei so weit wie der Spitta Verlag.

Dessen Tablet-App Flowlist bietet nicht nur ein Workflow-Management für Zahnarzt-Praxen, sondern auch einen Marktplatz für Content Dritter. Wie diese Idee entstand und wie sie umgesetzt wurde, erklärt Katharina Colagrossi, Produktmanagerin Digitale Geschäftsmodelle bei Spitta, im IT-Channel von buchreport.de.

 

Katharina Colagrossi ist auch Referentin beim Branchenforum für Loseblatt- und Fachcontent der Akademie der Deutschen Medien am 26. März 2019 in München. Zusammen mit ihrem Geschäftsführer Halil Recber spricht sie über digitale Praxisorganisation und wie Fachinformationsanbieter die Heilberufe dabei mit Apps unterstützen können.

 

Welche Beobachtungen und Markttrends haben den Spitta Verlag veranlasst, in die Entwicklung von Apps zu investieren?

In den letzten Jahren wurde verstärkt der Wunsch nach digitalen Arbeitstools, die die Praxisorganisation weiter vereinfachen, an uns herangetragen. Innovative Zahnarztpraxen arbeiten bereits ausschließlich mit elektronischer Patientenakte, röntgen digital oder fertigen sogar Zahnersatz per CAD/CAM-Technik und 3D-Drucker.

So stammt auch die Idee zu Flowlist aus der Zielgruppe selbst: Ein findiges Zahnarzt-Ehepaar hat sich aus Frust über nicht optimal laufende Arbeitsabläufe eine einfache Checklisten-App ausgedacht. Mit deren Hilfe waren alle Mitarbeiter in der Lage, selbst komplexe Aufgaben schnell und fehlerfrei durchzuführen. Auch aufwändige Einarbeitungszeiten für Azubis und neue Mitarbeiter konnten auf diese Weise reduziert werden.

Gemeinsam mit dieser Zahnarztpraxis haben wir dann „Flowlist“ entwickelt. Wir bieten mit Flowlist das erste richtige Workflow-Tool für die Praxis an, das die Mitarbeiter nicht nur mit Informationen versorgt, sondern eine echte Unterstützung bei der täglichen Arbeit bietet. Flowlist soll eine Assistenzfunktion einnehmen – und letztendlich zu einem unverzichtbaren Begleiter in der Zahnarztpraxis werden.

flowlist-screenFür welche Plattformen und Betriebssysteme haben Sie die App entwickelt und warum gerade für diese?

Bei den Praxismitarbeitern – also den Endanwendern – haben wir uns gegen eine Lösung auf dem Desktop und für eine App entschieden. Eine App kann überall in der Praxis verwendet werden – auch ohne konstante Internetverbindung. Für das Tablet-Format haben wir uns entschieden, weil es die nötige Größe für eine optimale Nutzung der App bietet. Der Einsatz von Smartphones ist in vielen Praxen für Mitarbeiter untersagt. Die App wurde für die zwei gängigsten mobilen Betriebssysteme Android und iOS entwickelt, um beide führende Plattformen bedienen zu können.

Das Online-Verwaltungstool von Flowlist kann vom Praxismanager sowohl am Desktop als auch am Tablet ohne Installation bedient werden. Hier kann er ganz einfach Benutzer einladen, verwalten und eigene Checklisten anlegen, die dann sofort in der App zur Verfügung stehen. Im Flowlist-Manager werden zudem die Berechtigungen der User verwaltet, so dass nur befugte Personen auf die Checklisten der Praxis zugreifen.

flowlist-Infografik

Wichtig ist das Zusammenspiel zwischen App und Flowlist-Manager: Beide greifen im Grunde auf unsere Cloud-Lösung zu. Die Einstellungen und die Checklisten werden über eine Synchronisation an die App übergeben.

Wie viel Fachinformation lässt sich in eine Workflow-App hineinpacken – hat das mit verlegerischer Arbeit eigentlich noch etwas zu tun?

Wir liefern den neuen Kunden mit der Flowlist-App lediglich ein Starter-Set an Checklisten. Eine sehr wichtige Flowlist-Komponente ist der Checklisten-Marktplatz. Hier können die Kunden Checklisten kaufen und sofort in der App einsetzen oder nach Bedarf individuell anpassen. Der Clou dabei: Die User können auf dieser Plattform nicht nur kaufen, sondern auch eigens erstellte Checklisten verkaufen. Wie bieten somit einen echten Marktplatz für user-generierten Content – aus der Zielgruppe für die Zielgruppe. Alle Checklisten, die auf dem Marktplatz angeboten werden, durchlaufen einen strengen Freigabeprozess und werden von Spitta-Experten geprüft. So stellen wir sicher, dass unsere Kunden wie gewohnt qualitativ hochwertige Fachinformationen erhalten.

Kurz gesagt: Unsere App stellt hochwertige Checklisten und Fachinformationen zur Verfügung, die von der Community erstellt und von Spitta geprüft werden.

Wie geht Spitta vor bei der App-Entwicklung? Was macht der Verlag selbst und was geht raus an Dienstleister?

In der Regel werden vom Projektmanager im Haus zunächst Businessplan und Konzept erstellt, bevor es in die Designphase geht. Die Designs für ein neues Produkt werden von einer externen Agentur erstellt. Wenn alle Designs vorliegen, geht es in die technische Umsetzung.

Wir haben das große Glück, dass wir bei Spitta ein eigenes, kleines Team für Software- und Webentwicklung haben. Hier werden in enger Zusammenarbeit mit meinem Team, dem Team für Digitale Geschäftsmodelle, unsere digitalen Projekte direkt inhouse umgesetzt.

Bei Flowlist sind wir auch in dieser Beziehung neue Wege gegangen: Wir haben uns hier die Expertise zur App-Entwicklung von extern geholt. Die komplette Lösung mit App, cloudbasiertem Backend und Marktplatz sowie die Micro-Site konnten wir so innerhalb von 9 Monaten umsetzen.

IT-Grundlagen und Technologien der Zukunft

Mehr zum Thema IT und Digitalisierung lesen Sie im IT-Channel von buchreport und Channel-Partner knk. Hier mehr…

Wie stellen Sie sicher, dass die App technisch immer auf dem Stand ist, den die Plattformbetreiber – besonders Apple – voraussetzen?

Die Anforderungen der Plattformbetreiber haben wir natürlich immer im Blick. Aber nicht nur technisch muss die App auf dem neuesten Stand sein – auch inhaltlich und funktionell werden wir an Flowlist immer weiterarbeiten und uns in die Richtung entwickeln, die die Bedürfnisse unserer Kunden am besten erfüllt.

Wie vertreiben Sie die App und liefern sie aus? Sind die App-Stores aus Ihrer Sicht ein gangbarer Weg?

Die Flowlist-App ist kostenlos im Apple App-Store und Google Playstore erhältlich. Der Kaufabschluss erfolgt auf Flowlist.de. Um die App nutzen zu können, müssen sich Interessenten zunächst dort registrieren und können sich dann mit ihren Zugangsdaten in der App anmelden und sofort loslegen. Die Website Flowlist.de dient vor allem der Präsentation unseres Produkts und ist somit Zielseite für alle Marketingaktionen. Wir setzen primär auf Online-Marketing- und Social-Media-Aktivitäten. Im März präsentieren wir Flowlist erstmals auf der Internationalen Dental-Schau (IDS) in Köln, der Weltleitmesse für dentale Zielgruppen.

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