buchreport

Hörspielautoren fordern neue Honorarverträge

Vergangene Woche wendeten sich rund 250 Hörspielautoren, -regisseure und -musiker in einem offenen Brief an ARD und Deutschandradio. Der Grund: Aufgrund von geringer Bezahlung und wegfallenden Aufträgen fühlen sie sich in ihrer Existenz bedroht und fordern die Neuauflage der Honorarverträge, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“. Nun antwortet die ARD öffentlich und kritisiert den Ton und Teile des Inhalts, signalisiert aber auch Gesprächsbereitschaft.

In dem offenen Brief der Hans-Flesch-Gesellschaft, einem Forum für akustische Kunst, und des Verbandes der Theaterautor:innen kritisierten die Hörspielautoren, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk immer weniger seinen Kulturauftrag erfülle und zunehmend kulturvergessen werde. Sie schreiben von einem Schaden für Kunst und Kultur.

Dabei nennen sie folgende Gründe für ihren Ärger: Während Sendeplätze wegfielen und weniger Stücke neu produziert oder wiederholt würden, handele es sich dann immer häufiger um Bestseller-Adaptionen und weniger um originale Hörspiele. Außerdem werde, was gesendet wird, in Summe schlechter bezahlt.

Zwar wurden die Honorarverträge für Erstausstrahlungen vor zwei Jahren angehoben und ein zehnprozentiger Aufschlag für die Online-Verwertung eingeführt, doch für Wiederholungen und Übernahmen wurde der Satz gesenkt. Da jedoch weniger Sendeplätze vorhanden seien, fehle den Autoren das Geld. Außerdem seien Hörspiele vor allem in Audiotheken beliebt. Demnach seien die Vergütungsregeln „weder zeitgemäß – weil sie aufs lineare Senden ausgerichtet sind – noch sozial gerecht“.

In ihrer Antwort, unterzeichnet von Valerie Weber, die für Kultur zuständige Programmdirektorin des WDR und derzeit Vorsitzende der ARD-Hörfunkkommission, und Peter Wiechmann, Justiziar beim SWR, spricht die ARD von „Falschbehauptungen, stillosem Verhalten und überzogenen Erwartungen“. Es sei eine „ungewöhnliche Kommunikation“ mit den Auftraggebern. Die Vergütungsregeln und Tarifverträge, die „auf Augenhöhe ausgehandelt wurden und deshalb als angemessen gelten“, würden „in Misskredit gebracht werden“.

Trotzdem gesteht die ARD ein, dass das System der Mischkalkulation nicht mehr tragfähig sei und der Realität nicht mehr entspreche, da die Rechnung nur aufgehe, „wenn Hörspiele von anderen ARD-Häusern übernommen werden“. Dies sei mittlerweile kaum noch der Fall, so die „Süddeutsche“.

Nun lädt die ARD deshalb zu einem runden Tisch mit Autoren mit dem Verband der Bühnenverleger ein. Bisherige Verhandlungen wurden nur mit dem Verband und nicht den Autoren selbst geführt. Das Zusammentreffen könnte womöglich zu den Neuverhandlungen führen, die von den Hörspielautoren gefordert werden.

Kommentare

Kommentar hinterlassen zu "Hörspielautoren fordern neue Honorarverträge"

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Mit dem Abschicken des Kommentars erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihre Daten elektronisch gespeichert werden. Diese Einverständniserklärung können Sie jederzeit gegenüber der Harenberg Kommunikation Verlags- und Medien-GmbH & Co. KG widerrufen. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutz-Richtlinien

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*