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Handelsverband reagiert mit »Enttäuschung und Unverständnis«

Zwar darf der Einzelhandel bei einer stabilen Inzidenz von unter 50 öffnen, doch angesichts der bundesweiten Zahlen (Inzidenz bei 65 laut RKI) ist eine flächendeckende Öffnung vorerst nicht möglich. Es bleibt in der Realität bei einzelnen Kundenbesuchen mit Terminvereinbarung. Lediglich der Buchhandel darf nun wieder (wie u.a. auch Blumenläden) öffnen, weil sein Angebot zum „täglichen Bedarf“ gezählt wird.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) kritisiert diese Entscheidung von Bund und Ländern und formuliert „Enttäuschung und Unverständnis”. Die damit weitgehend geschlossenen Handelsunternehmen würden bis Ende März im Vergleich zu 2019 weitere 10 Mrd Euro Umsatz verlieren, heißt es vom HDE.

„Die Ergebnisse des Corona-Gipfels sind für den Einzelhandel eine Katastrophe. Faktisch wird der Lockdown damit trotz aller theoretischen Perspektiven für die große Mehrheit der Nicht-Lebensmittelhändler bis Ende März verlängert”, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Der Einkauf nach Terminvergabe sei für den Handel „kein wirtschaftlicher Rettungsanker”, denn die Personal- und Betriebskosten seien in der Regel höher als die Umsätze.

„Ende März sind viele Händler dann seit mehr als 100 Tagen geschlossen. Das ist nicht mehr zu verkraften. Die Politik nimmt ihre Verantwortung für die zwangsgeschlossenen Händler nicht wahr. Denn gleichzeitig kommen die staatlichen Hilfszahlungen nur schleppend und spärlich an“, so Genth. Der HDE verweist auf die Einschätzung des Robert-Koch-Instituts, wonach die Infektionsgefahr beim Einkauf unter Beachtung von Hygienemaßnahmen niedrig sei.

Die Politik orientiere sich weiter „stur“ an Inzidenzwerten, kritisiert der HDE. „Dieses Vorgehen erscheint zunehmend fragwürdig. Es gibt keine vernünftigen Argumente, den Einzelhandel jenseits aller wissenschaftlichen Erkenntnisse einfach weiterhin geschlossen zu halten. Hier wird ohne nachvollziehbare Gründe die Kernbranche der Innenstädte geopfert“, so Genth. Der Handelsverband setze sich weiterhin für eine zeitnahe und komplette Öffnung aller Geschäfte unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln ein.

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