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Handel startet Ladenöffnungs-Kampagne

Ganzseitige Zeitungsanzeige der Einzelhandelsinitiative „Das Leben gehört ins Zentrum“. Aus der Buchbranche sind die Buchketten Thalia Mayersche und Osiander vertreten.

Der Bundespressekonferenz-Auftritt des Einzelhandelsverbands HDE mit den Handelsketten-Managern Michael Busch (Thalia Mayersche) und Timm Homann (Ernsting’s family) war der Auftakt für eine konzertierte Aktion des Einzelhandels mit Interviews, Social-Media-Kampagnen und ganzseitigen Zeitungsanzeigen pro Wiedereröffnung der Läden nach dem am 16. Dezember begonnenen, mittlerweile 10-wöchigen-Lockdown. 

Thalia gehört zu den Initiatoren von „Das Leben gehört ins Zentrum” und betreibt auch die zugehörige Website lebenimzentrum.com.

Thalia-Chef Busch hatte im Rahmen des Kampagnen-Starts am 25. Februar von der Politik nicht nur ein Konzept zum Neustart gefordert, sonder dezidiert die Ladenöffnung zum 8. März verlangt.

Die Initiative geht ursprünglich von Textileinzelhändlern aus, Thalia habe sich angeschlossen, erklärte Busch in einem Gespräch im Anschluss an die Berliner Pressekonferenz. Motivation war u.a., dass große Unternehmen zu wenig unterstützt wurden: „Das war eine schreiende Ungerechtigkeit: Wer groß ist und besonders viele Mitarbeiter beschäftigt, bekommt wenig oder gar nichts. Das haben wir politisch innerhalb von 10 Tagen gedreht, das war ein hartes Stück Arbeit, weil viel Unverständnis da war und man zwischen den von unterschiedlichen Parteien geführten Ministerien hin und her geschickt wird, bis man begreift, wer gerade blockiert.“ Man bekomme aber das Gefühl, dass mehr und mehr Leute zuhören.

»Niedriges Risiko im Einzelhandel«

Wichtigstes Argument für die Forderung nach Öffnung der Läden: Der Lebensmittelhandel habe 12 Monate bewiesen, dass die Läden keine Infektionsquellen sind, denn sonst wären in hohem Maße Mitarbeiter ausgefallen. Busch verweist auch auf Veröffentlichungen des Robert-Koch-Instituts RKI, wonach der Einzelhandel nur mit einem niedrigen Infektionsrisiko verbunden ist. Die Initiative verweist auch auf ihr 7-Punkte-Hygienekonzept (s. Abbildung unten).

Neben der Kommunikationskampagne wollen die Einzelhandelsunternehmen, darunter auch Thalia, die Wiederöffnung durch eine „Klagewelle“ erzwingen, um den Schaden einzugrenzen und auch gegen die Ausgestaltung der Hilfsmaßnahmen, u.a. was die Gleichbehandlung angeht. Die Initiative wendet sich u.a. gegen die Deckelung der Unterstützung auf 10 Mio Euro. Busch: „Uns ist klar, dass wir niemals so viel kompensiert bekommen, wie wir verlieren.“ Man werde aber alle rechtlichen Mittel ausschöpfen. 

Thalia-CEO Michael Busch lobt die Zusammenarbeit mit dem Einzelhandelsverband HDE, der sich stark engagiere, obwohl unter seinem Dach die Interessen stark auseinandergehen durch den vom Lockdown profitierenden Lebensmittelhandel und Onlinern wie Amazon. Beim Buch-Branchenverband Börsenverein sei dagegen beim Einsatz für den Handel „noch Luft nach oben“.

Hygienekonzept

 

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