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Gut gelaufen, aber…

Der deutsche Einzelhandel ist zufrieden mit dem ersten Halbjahr. Der Umsatzzuwachs liegt über Plan. Doch der Handelsverband dämpft aufkeimende Euphorie: Das Wachstumspotenzial bleibe begrenzt.
Nach Schätzungen des Einzelhandelsverbands HDE haben die deutschen Händler ihre Umsätze im ersten Halbjahr 2014 um nominal 2% steigern können. Preisbereinigt habe es noch für ein Plus von 1% gereicht. Das Umsatzvolumen ohne Umsatzsteuer lag demnach bei rund 220 Mrd Euro.

Wie sich der Buchhandel im 1. Halbjahr 2014 geschlagen hat, ist im kommenden buchreport.express 28/2014 zu lesen (hier zu bestellen).


„Die Branche kann mit dem ersten Halbjahr zufrieden sein. Die Rahmenbedingungen sind derzeit einfach gut“, erklärt Olaf Roik, HDE-Chefvolkswirt. Die hohe Erwerbstätigkeit, steigende verfügbare Einkommen, eine zwischen 2008 und 2013 von 11,5% auf 10,0% spürbar gesunkene Sparquote und ein niedriges Zinsniveau stützten den Konsum.
Entsprechend gut sei die Stimmung der Händler: 44% der vom HDE befragten Unternehmen gingen von steigenden Umsätzen 2014 aus, nur 24% von rückläufigen Erlösen. Der HDE erwartet ein Umsatzplus von nominal 1,5%, „vielleicht ist auch etwas mehr drin“. 
Doch die vergleichsweise guten Zahlen dürften nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Wachstumspotenzial des Einzelhandels begrenzt bleibe. „Hohe Ausstattungsgrade der privaten Haushalte und eine starke Konkurrenz zu alternativen Verwendungen der Einkommen engen Spielräume ein. So fließt ein Großteil des Konsums in Segmente, die nicht dem klassischen Einzelhandel zuzurechnen sind wie Immobilien und Reisen.“
Im langfristigen Trend stagnierten die Umsätze. Preisbereinigt lägen sie noch unter dem Niveau aus 2005 (-2,2%). Wichtigstes Wachstumssegment sei der Onlinehandel, dessen Umsatz seit 2005 um rund 130% gestiegen sei und der 2014 um weitere 17% zulegen werde (auf 38,7 Mrd Euro). Der Online-Marktanteil werde von heute rund 9% bis 2020 auf 20% steigen.

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