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Guido F. Herrmann: »Wir beweisen, dass es funktioniert«

Wiley kann in Deutschland einen Vorreiter-Status für sich reklamieren: Nach zähen Verhandlungsjahren hat sich die internationale Fachverlagsgruppe 2019 als erster Verlag mit der deutschen Wissenschaft darauf geeinigt, das Geschäft mit wissenschaftlichen Fachzeitschriften neu aufzusetzen. Das erklärte Ziel von „Projekt Deal“ ist es, das klassische Abonnementmodell abzuschaffen und den Übergang zu Open Access (OA) zu beschleunigen:

  • Eine nationale Vereinbarung löst die bisherigen Abonnements und Pakete der Bibliotheken und Forschungseinrichtungen ab.
  • Sie verbindet den Zugriff auf das komplette Wiley-Zeitschriftenportfolio mit der Möglichkeit für die Forschenden, bei Wiley Artikel OA zu publizieren.
  • Für diese Kombination aus Veröffentlichen und Lesen wird pro veröffentlichtem Artikel eine sogenannte Publish-and-Read-Gebühr von 2750 Euro fällig.

Guido F. Herrmann, Geschäftsführer des deutschen Wiley-Ablegers Wiley-VCH und damit erster „Deal“-Unterzeichner, kann mittlerweile auf zweieinhalb Jahre Erfahrung zurückblicken. Im Interview zieht er Bilanz und berichtet, wie sich das Geschäft unter „Projekt Deal“-Bedingungen entwickelt hat.

 

Guido F. Herrmann (Foto: Wiley-VCH)

Guido F. Herrmann (Foto: Wiley-VCH)

Hat sich der „Deal“ mit der deutschen Wissenschaft gelohnt?

Der „Deal“-Start im Januar 2019 war für alle spannend und auch ein Wagnis. Wir waren aber an einem Punkt angelangt, an dem wir die endlosen Diskussionen beenden und beginnen mussten, Erfahrungen in der Praxis zu sammeln. Dabei hat uns geholfen, dass die Verhandlungen sehr systematisch und detailliert geführt worden waren und wir auch konkret darüber gesprochen hatten, wie sich das „Deal“-Konstrukt umsetzen lässt. Deshalb war ich optimistisch – zu Recht, wie sich mittlerweile gezeigt hat.

Woran machen Sie das fest?

An den zwei großen Zielen des „Deal“-Vertrags. Das Hauptziel ist die Transformation zu Open Access, indem wir allen deutschen Forschenden ermöglichen, ohne weitere Voraussetzungen Open Access zu publizieren. Heute haben in Deutschland 943 Institutionen das Recht, in Wiley-Journals zu veröffentlichen und dieses nahezu flächendeckende Recht wird auch genutzt: 2018 lag der OA-Anteil bei Arbeiten aus Deutschland bei 7,4%, im Jahr 2020 waren es bereits 83,2%. Diese drastische Steigerung zeigt, dass die Autoren die neue Veröffentlichungsoption gut annehmen. Gerade 2020 war dahingehend extrem erfolgreich: Fast 93% der „Deal“-Autoren haben sich entschieden, bei uns Open Access zu publizieren. Diese Akzeptanz ist eine hervorragende und wichtige Entwicklung.

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