Vereinigtes Bertelsmann-Buchgeschäft

Vor 7 Jahren haben Bertelsmann und Pearson ihre Buchverlagsgeschäfte – Random House und Penguin Group – zusammengeführt zur größten Publikumsverlagsgruppe der Welt. Zum Start hielten Bertelsmann 53% und Pearson 47% an dem zusammengeschlossenen Unternehmen Penguin Random House (PRH). In zwei Schritten hat Bertelsmann die Anteile von Pearson, der sich auf Bildungsthemen fokussiert, übernommen. Jetzt ist der deutsche Medienkonzern alleiniger Eigner. Die deutsche Verlagsgruppe Random House, die bei dem Bertelsmann-Pearson-Deal 2013 außen vor geblieben war, wird jetzt in die PRH-Gruppe voll integriert. 

Unmittelbar vor der Komplettübernahme hat Bertelsmann seinen Geschäftsbericht 2019 veröffentlicht: Der enthält Kennzahlen des vereinigten Bertelsmann Buchgeschäfts.

Die Bertelsmann-Buchsparte hat demnach 2019 erneut zugelegt:

  • Die weltgrößte Publikumsverlagsgruppe Penguin Random House (PRH) setzte 3,63 Mrd Euro um.
  • Das bedeutet ein Plus von 6,2%.
  • Das Plus beruht zu 1,5% (Vorjahr: 1,3%) auf organischem Wachstum; 2,8% sind Wechselkurseffekte und 1,9% des Wachstum entfallen auf Zukäufe und Sonstiges
  • Das operative Ergebnis (Op. EBITDA) beträgt 561 Mio Euro, die Umsatzrendite (EBITDA-Marge) bleibt mit 15,4% auf dem hohen Vorjahresniveau.

Der deutsche Publikumsmarktführer Verlagsgruppe Random House mit seinen 45 Verlagsmarken hat im vergangenen Jahr 309,3 Mio Euro umgesetzt und damit 5,6% mehr als im Vorjahr. Dahinter steht mit der Übernahme des Anaconda Verlags Anfang 2019 auch ein Portfolio-Effekt. Random House steht mit den 309,3 Mio Euro Umsatz jetzt auf Rang 4 des buchreport-Rankings „Die 100 größten Verlage“.

 

100 größte Verlage: Rang 4 Random House (Ausschnitt)

Risiken: sinkende Digitalpreise, stationärer Handel

Im Risikobericht werden für die gesamte internationale PRH-Gruppe sinkende E-Book-Umsätze und potenzielle Preiszugeständnisse im Wachstumsbereich Hörbücher aufgrund „sich ändernder Marktbedingungen“ genannt – offenbar eine Anspielung auf Flatrate- und Streaming-Modelle. Als weiteres Risiko gelten auch rückläufige Verkaufsmengen im stationären Buchhandel aufgrund einer sich wandelnden Einzelhandelslandschaft. PRH begegne diesen Risiken „mit einer differenzierten Preisgestaltung, der Steigerung der Online-Umsätze mit physischen Büchern und Hörbüchern sowie der fortlaufenden Prüfung alternativer Verkaufs- und Vermarktungsmöglichkeiten“.

Risiken durch die massiven Restriktionen im Zuge der Corona-Pandemie kommentiert Bertelsmann-Chef Thomas Rabe sehr allgemein: „Bertelsmann ist gut gerüstet.“ Aber: Neben der Dienstleistungssparte Arvato ist auch in den Medienbetrieben Kurzarbeit angesagt.

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