Frankfurter Buchmesse schließt New Yorker Büro

Die Frankfurter Buchmesse gibt zum Jahresende ihre New Yorker Präsenz auf. Das meldet das US-Branchenblatt „Publishers Weekly“ mit Bezug auf eine E-Mail von Thomas Minkus, der bisher für die Buchmesse in New York als Vice President for Emerging Media and English-language Markets die internationalen Kontakte gepflegt hat. Demnach sei „dieser Schritt aufgrund der Auswirkungen der Pandemie auf das Geschäft der Frankfurter Buchmesse notwendig geworden und Teil des laufenden Umstrukturierungsprozesses“.

Buchmesse-Chef Juergen Boos hatte Mitte November mit Hinweis auf die zweistelligen Mio-Einbußen durch Ausfall der diesjährigen Präsenzmesse einen Sanierungsplan skizziert, demzufolge die bestehenden Strukturen der Buchmesse gestrafft, Abteilungen zusammengelegt und Stellen abgebaut werden. Mit der Bundesregierung sei die Buchmesse wegen mehr finanzieller Unterstützung bei ihre0r internationalen Präsenz im Gespräch, wie dem Unterhalt des Büros in New York.

Offenbar hat es keine hinreichenden zusätzlichen Unterstützungszusagen gegeben. Das German Book Office wurde 22 Jahre lang unterhalten und war 2017 in Frankfurt Book Fair in New York umbenannt worden. Die Dependance kümmerte sich um den Verkauf von Ausstellungsflächen in Frankfurt an Verlage des weltgrößten Buchmarktes und um die Teilnahme nordamerikanischer Literaturagenten am Literary Agents & Scouts Center (LitAg) in Frankfurt. Diese Markt-Aktivitäten sollen künftig von Mitarbeitern in Frankfurt übernommen werden.

Das New Yorker Büro hat sich in der Vergangenheit auch um die Unterstützung von Buchübersetzungen aus dem Deutschen sowie um Lektorenreisen nach Deutschland und verschiedene Kulturveranstaltungen gekümmert. Zum bisherigen Tätigkeitsportfolio des Büros s. hier mehr. Diese Aktivitäten sollen künftig von Frankfurt aus in Zusammenarbeit mit dem New Yorker Goethe-Institut betreut werden. Die Arbeit des Online-Branchen Publishing Perspectives wird unter Leitung von Hannah Johnson und Porter Anderson fortgesetzt.

Thomas Minkus verlässt die Buchmesse

Der New Yorker Statthalter Thomas Minkus wird nach Abwicklung des Büros die Frankfurter Buchmesse nach 16 Jahren verlassen. Er scheidet auch aus der Geschäftsführung von IPR License Ltd. aus, einer Onlineplattform für den globalen Handel mit Rechten und Lizenzen, an der sich die Frankfurter Buchmesse 2015 beteiligt hat und seit 2016 die Mehrheit hält. Juergen Boos würdigt Minkus in einem Statement: Er habe wertvolle internationale Beziehungen auf der ganzen Welt aufgebaut und relevante Netzwerke gebildet. „Thomas Minkus hat ein starkes Team im New Yorker Büro geleitet, und er hat eine wichtige Rolle bei der Entwicklung unseres Geschäfts in der englischsprachigen Welt gespielt. Ich danke Thomas Minkus für seine unermüdliche Energie, Kreativität und für sein Leadership. Ich werde ihn sowohl als Kollegen als auch als Freund vermissen.“

Riky Stock, die langjährige Leiterin des New Yorker Büros der Frankfurter Buchmesse hat bekannt gegeben, dass sie ab Januar die Funktion der Geschäftsführerin von NorthSouth Books übernehmen werde, des US-Ablegers des Schweizer NordSüd Verlags, der wiederum zum Portfolio von Jan Weitendorfs Gruppe W1 Media (Hamburg) gehört.

 

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