Leichter Optimismus im Buchhandel

Der Sortimentsbuchhandel geht hoffnungsfroher als in den beiden Vorjahren ins Weihnachtsgeschäft. Das zeigt eine aktuelle Umfrage, die buchreport Mitte November angestoßen hat und an der sich mehr als 400 überwiegend kleinere Buchhandlungen beteiligt haben (s. Umfragekasten unten).

Die Frage „Wie wird das Weihnachtsgeschäft im Vergleich zum Vorjahr“ wird jedenfalls diesmal mit Positivtendenz beantwortet, 33% erwarten ein besseres Weihnachtsgeschäft, 23% fürchten ein schlechteres Jahresfinale (s. aufgeschlüsselt in der Tabelle):

Wie wird das Weihnachtsgeschäft im Vergleich zum Vorjahr?

deutlich schlechter (–5% u. mehr)4%
etwas schlechter (bis –5%)19%
unverändert (±1%)44%
etwas besser (bis +5%)30%
deutlich besser (+5% u. mehr)3%
gerundete Werte

In den beiden Vorjahren war dagegen die Gruppe der Skeptiker noch größer als die der Optimisten gewesen. Noch ausgeprägter sind die positiven Erwartungen bei größeren Buchhandlungen.

 

Stabilisiertes Geschäft lässt für den Endspurt hoffen

Der Hintergrund für den in diesem Herbst etwas ausgeprägteren Optimismus ist die Ausgangslage, dass im bisherigen Jahresverlauf in vielen Buchhandlungen im Schnitt etwas mehr (Ende Oktober +1,8%) in der Kasse war, wenn auch nur wegen der höheren Durchschnittspreise.

Die Kommentare zur Umfrage bewegen sich entsprechend im nicht-­euphorisierten Bereich. Beispiele:

  • „Weihnachten hat seinen Zauber verloren. Aber die gesunkenen Umsätze in den letzten Jahren haben sich nun stabilisiert.“
  • „Preise rauf und schon läuft’s besser. Es ist die einzige Möglichkeit, bei Kostensteigerungen nicht in die Knie zu gehen.“
  • „Das Weihnachtsgeschäft hat früher eingesetzt, die Stimmung der Menschen ist weniger bedrückt, das löst Kauffreude aus.“

 

Jetzt geht es los: Adventsgeschmückte Hoffnungsträger bei Thalia in Hamburg (Europapassage). (Foto: buchreport/TW)

Gabentisch ohne Knaller

Und das Programm? Wie ist das Buchangebot für dieses Weihnachtsgeschäft? Wie immer eine „Riesenauswahl“, aber was der Toptitel werden könnte, können auch die Experten am Point of Sale nicht abschätzen.

Die verbreitete Einlassung, dass „wirkliche Bestseller im Bereich Belletristik und Sachbuch fehlen“, lässt sich auch durchaus positiv wenden: „Weniger Knaller machen Platz für andere gute Titel.“ Und: Weil es mutmaßlich weniger sich selbst vom Stapel verkaufende Bücher gibt, könnte die Beratungsleistung an Bedeutung gewinnen …

Insgesamt kommen die über 400 Buchhändler zu folgender Bewertung:

  • 24% bewerten das Angebot mit „sehr gut“
  • 57% vergeben ein „gut“
  • 18% finden es nur „mittel“ und 1% „eher schlecht“.

 

Noch keine klaren Favoriten

Auch der Blick auf die aktuellen SPIEGEL-Bestsellerlisten zeigt noch keinen klaren Favoriten für die Poleposition, auch wenn sich Lucinda Riley („Die Sonnenschwester“) und das Duo Klüpfel/Kobr mit seinem ersten Thriller („Draußen“) in Stellung bringen.

Buchhandelsumfrage

buchreport hat vom 18. bis 20. November eine Umfrage durchgeführt, an der sich auf E-Mail-Aufforderung online 415 Buchhandlungen beteiligt haben:

  • 58% sind kleinere Buchhandlungen mit bis zu 500.000 Euro Jahresumsatz.
  • 25% setzen 0,5 bis 1 Mio Euro um.
  • 10% bewegen sich in der Umsatzklasse ab 1 Mio Euro.
  • 7% machten zur Unternehmensgröße keine Angabe.

Das Umfrage-Ergebnis zur Preiskalkulation von Bestsellern und zum Spielraum von Preiserhöhungen siehe hier.

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