Es ist fünf vor zwölf für eine solche Kampagne

Auf seiner Sitzung hat sich das Branchenparlament heute (26.4.) für die vom Börsenverein angestrebte Imagekampagne ausgesprochen: Mit breiter Mehrheit haben die Parlamentarier der Hauptversammlung auf den Buchtagen in Berlin (22. Juni 2012) empfohlen, dem Vorschlag des Vorstands zu folgen. Doch nicht alle Mitglieder waren überzeugt.

„Es ist fünf vor zwölf für eine solche Kampagne“, erklärte beispielsweise Mayersche-Chef Hartmut Falter. Sie dürfe aber nicht „oberlehrerhaft daherkommen“. Das geplante Budget sei zwar „eigentlich zu niedrig, aber es ist ein Anfang“. 

Vorbehalte äußerten dagegen einige Verleger: „Viele Mitglieder fragen sich: Warum sollte der Verband so etwas besser können als die Verlage?“, wandte Thomas Carl Schwoerer vom Campus Verlag ein. Er plädierte dafür, das Thema in der Branche erst einmal breiter zu diskutieren. Matthias Ulmer vom Ulmer Verlag sprach sich zwar für die Kampagne aus, gab aber zu bedenken: „Wir müssen aufpassen, dass wir unseren Kunden nicht beibringen wollen, wo sie einkaufen sollen.“ Ziel der Kampagne dürfe deshalb nicht sein, „Umsätze aus dem E-Commerce in den stationären Handel zu locken“. 

Der Vorsitzende des Verleger-Ausschusses, Karl-Peter Winters, zeigte sich skeptisch, ob das Ziel der Verkaufsförderung durch eine solche Kampagne wirklich erreicht werden könne. Auch aus den Reihen der Verleger gab es aber Zustimmung: „Die Kampagne ist eine riesengroße Chance für uns“, erklärte etwa Thieme-Verleger Albrecht Hauff.

„Branchenparlament gibt keine Impulse“

Auf dem Prüfstand stand auch das Format des Branchenparlaments. „Beschämend ist die Zahl der Teilnehmer, langweilig die Themen, keine Impulse gehen vom Branchenparlament aus“, kritisierte Verleger Ulmer. Die Parlamentarier diskutierten verschiedene Vorschläge, wie das Branchenparlament künftig attraktiver gestaltet werden könne, darunter:

  • Das Branchenparlament könnte nur einmal im Jahr stattfinden.
  • Das Branchenparlament könnte am Abend nach den Ausschuss-Sitzungen stattfinden.
  • Die Öffentlichkeit könnte aus dem Branchenparlament ausgeschlossen werden.
  • Die Hauptversammlung könnte Branchenparlamentarier wählen und das Branchenparlament mit Entscheidungskompetenzen betrauen.

Die Vorsitzenden der Fachausschüsse wollen diese Anregungen nun in den Ausschüssen vorstellen, bevor erste Maßnahmen beschlossen werden.

Mehr zum Thema lesen Sie im kommenden buchreport.express (erscheint am 3. Mai).

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