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Ergebnis deutlich unter Vorjahr

Zwar ist die Zwischenbilanz des Handels-Primus nicht so düster wie die des gesamten Buchhandels. Doch der Douglas-Bericht zeigt, dass Thalia besonders auf der Ergebnis-Seite Probleme hat. Hoffnungsträger ist das Online-Geschäft.

Nach einer Pressemitteilung der Douglas-Holding steigerte Thalia zwar vom 1. Oktober 2010 bis 30. Juni 2011 die Umsätze um 4,3% auf 701,9 Mio Euro. Dass dabei besonders die sieben zusätzlichen Filialen (Ende Juni: insgesamt 295) den Ausschlag gegeben haben, zeigt sich daran, dass die Erlöse flächenbereinigt um 0,6% sanken. Zum Vergleich: Die Erlöse im gesamten stationären Buchhandel lagen von Januar bis einschließlich Juni im buchreport-Umsatztrend 3,2% unter Vorjahr.

Kritisch erscheint die Thalia-Zwischenbilanz unter dem Strich:  
Während die Douglas-Parfümerien und die Christ-Juweliergeschäfte ihre Ergebnisbeiträge aufgrund der ordentlichen Umsatzentwicklung in Deutschland hätten steigern können, habe der Buchbereich das Vorjahresergebnis „recht deutlich“ verfehlt: Der Gewinn vor Steuern (EBT) ist im Berichtszeitraum von 16,1 auf 6,5 Mio Euro zurückgegangen.

Das Ergebnis sei vor allem durch die branchenweit unbefriedigende Umsatzentwicklung im stationären Geschäft belastet worden, heißt es von Douglas. Weiterer Sondereffekt: Das Vorjahresergebnis von Thalia sei durch den Einmalertrag aus der Neubewertung der buch.de-Anteile positiv beeinflusst worden.

Weitere Zahlen und Fakten:

  • Starke Abweichungen ergeben sich beim In- und Auslands-Vergleich: In Deutschland stiegen die Thalia-Umsätze um 3,1% auf fast 530 Mio Euro (vergleichbar: + 0,2%). Im Ausland lag das Umsatzplus durch drei zusätzliche Standorte bei 8,3%. Doch flächenbereinigt sanken die Erlöse (besonders wegen des Höhenflugs des Schweizer Frankens) um 2,9%.
  • Auf der Online-Schiene legte Thalia vermutlich besonders dank des starken buch.de-Motors, der inzwischen mehrheitlich Hagen gehört, um 23% zu; der Online-Anteil am Gesamtumsatz liegt schon bei 15%.
  • Thalia will das geplante Budget in Höhe von rund 30 Mio Euro in die Eröffnung von mehr als 10 „Multichannel-Buchhandlungen“ und Modernisierung des Filialnetzes sowie den Ausbau der Online-Shops von Thalia und buch.de investieren. Dabei soll das E-Book-Angebot erweitert und der Verkauf und die Weiterentwicllung des eigenen Oyo-Readers forciert werden.

Am Vortag hatte die Deutsche Bank besonders wegen der Probleme der Buchsparte die Douglas-Aktie auf „Hold“ herabgestuft.

Konzernweit hat Douglas in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2010/11 den Umsatz um 2,3% auf 2,62 Mrd Euro gesteigert – „im Rahmen der Erwartungen“, lautet die Selbst-Einschätzung bei Douglas; flächenbereinigt lagen die Umsätze 1,7% über dem Vorjahreswert. Der Anteil der Online-Umsätze am Konzernumsatz lag bei rund 6%.

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