Xaver Bayer liest einen Antiquartitel zur Hexenverfolgung

Xaver Bayer Foto: Klaus Pichler

Xaver Bayer hat für seinen Erzählband „Geschichten mit Marianne“ (Jung und Jung) den Österreichischen Buchpreis 2020 erhalten. Er empfiehlt einen Titel, der nur noch antiquarisch erhältlich ist:

„Ich lese momentan ‚Die Vernichtung der weisen Frauen‘ von Gunnar Heinsohn und Otto Steiger – ein Buch, über dessen Titel ich schon einige Male gestolpert bin und es nun endlich zur Hand genommen habe. Es erzählt die Geschichte der Hexenverfolgungen in einer anderen als der normalerweise tradierten Weise, nämlich als eine bevölkerungspolitische Maßnahme, die auf wirtschaftlichen Interessen gründete. Die ‚weisen Frauen‘ oder Hebammen-Hexen waren diejenigen, die um die Wirkung von verhütend und abtreibend wirkenden Pflanzen und Techniken wussten, weswegen sie in einer Zeit, da Menschenproduktion von Klerus und Adel erwünscht war, für vernichtungswürdig erklärt wurden. Die Implikationen hiervon reichen bis in unsere Gegenwart, rühren an das Problem der globalen Überbevölkerung und ihrer drohenden Katastrophe und führen im Weiteren zur Frage, wie man Menschen dazu bringen könnte, sich weniger stark zu vermehren, ein Thema, das sich bis dato kaum ein Politiker in den Mund zu nehmen traut.“

Gunnar Heinsohn, Otto Steiger Bayer Die Vernichtung der weisen Frauen, 368 S., März ISBN 978-3-88880-057-3 (auch als Heyne-Taschenbuch nur antiquarisch erhältlich)

Kommentare

1 Kommentar zu "Xaver Bayer liest einen Antiquartitel zur Hexenverfolgung"

  1. Die Eigentumsökonomie von Otto Steiger/Gunnar Heinsohn hat bis heute mein Interesse. Die Eigentumsökonomie, so nehme ich es wahr, korrespondiert in überraschender Weise mit geschichtlichen Abläufen und deswegen habe ich mir auch weitere Bücher von Heisohn, darunter auch die „Vernichtung der weisen Frauen“ vorgenommen.
    in meinem geschichtlichen Narrativ kann ich die Ausführungen so nicht unterbringen. Andererseits beschäftige ich mich intensiv mit der Thematik des Geldes aus ökonomish- soziologischer- und historischer Sicht. Gehe ich dabei ohne die Annahme eines Welten- oder Menschenschöpfers aus und bediene mich der brutalen Realität des Finanzsystem dann wird wird die Vernichtung der weisen Frauen und auch diverses anderes sehr durchsichtig.

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