Ferdinand Schmalz empfiehlt Fiston Mwanza Mujila

Ferdinand Schmalz (Fotos: privat)

Beim Klagenfurter Wettlesen überzeugte Ferdinand Schmalz in diesem Jahr die Jury: Der Autor gewann für seinen Text „mein lieblingstier heißt winter“ den Hauptpreis bei den 41. Tagen der deutschsprachigen Literatur. Sein Buchtipp: „Ich lese gerade ‚Tram 83‘ des in Graz lebenden kongolesischen Autors Fiston Mwanza Mujila. Ich habe den Autor in Graz kennengelernt, wo ich ihn schon das eine oder andere Mal Gedichte lesen gehört habe, wobei ‚lesen‘ fast zu kurz gegriffen ist. Er hat mir einmal erzählt, dass er früher immer Jazzmusiker werden wollte, sich aber kein Instrument leisten konnte. So wurde die Sprache zu seinem Instrument, wenn er liest, klingt es wie eine Jazzimprovisation. Drum war ich schon sehr gespannt auf den in französischer Sprache geschriebenen Roman, der, bevor er ins Deutsche übersetzt wurde, schon weltweit Aufsehen erregte. Die Sprache klingt auch ohne den Vortrag Mwanza Mujilas wie eine Jazznummer von Charles Mingus, die uns hinein ins Gewühl der titelgebenden Spelunke ‚Tram 83‘ führt. In diesem gesellschaftlichen Mikrokosmos, in dem sich Minenarbeiter, Spieler, Studenten, Prostituierte, Musiker und Gauner herumtreiben, findet Mwanza Mujila ein Modell, das von größeren gesellschaftlichen Zusammenhängen erzählt.“

Fiston Mwanza Mujila, Tram 83, 208 S., 20 €, Zsolnay, ISBN 978-3-552-05797-5

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