Alice Weidel empfiehlt »Das Märchen vom reichen Land«

Alice Weidel (Foto: Quadriga Communication)

Die Liste der Politiker, die Bücher schreiben, ist lang und deckt das gesamte politische Spektrum ab. Alice Weidel, Co-Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion und aktuell in den Schlagzeilen wegen einer Spendenaffäre, hatte es mit ihrem Sachbuch „Widerworte“ (Plassen Verlag) zuletzt kurzzeitig auf Platz 11 der SPIEGEL-Bestsellerliste Paperback geschafft. Weidel empfiehlt „Das Märchen vom reichen Land“ von Daniel Stelter.

Warum haben Sie sich dafür entschieden?

Weil in der politischen Debatte häufig vom „reichen Land“ gesprochen wird, das angeblich in der Lage sei, nahezu sämtliche Lasten zu stemmen. Tatsächlich wird oftmals Einkommen und Vermögen verwechselt. Die Deutschen verfügen im Median über 60.500 Euro privates Vermögen. Franzosen und Italiener liegen mit 120.000 Euro beim Doppelten. Noch mehr halten die Spanier. Das liegt daran, dass dort der Immobilienbesitz deutlich höher ist als in Deutschland.

Was gefällt Ihnen an dem Buch?

Dass in klarer, sachlicher Sprache mit überkommenen wirtschaftspolitischen Mythen aufgeräumt wird. Stelter ist es gelungen, komplexe Sachverhalte sehr verständlich auszudrücken. Kein leichtes Unterfangen.

Daniel Stelter, Das Märchen vom reichen Land, 256 S., 22,99 €, Finanzbuch Verlag, ISBN 978-3-95972-153-0

 


Anmerkung der Redaktion:

Infolge der Publikation dieses Buchtipps erhält die Redaktion zahlreiche Kommentare und Leserbriefe. Die am häufigsten gestellte Frage: Warum bieten Sie Frau Weidel eine Plattform?

Der Verkaufserfolg war der Anlass für die Anfrage. Wie bei vielen hunderten „Empfohlen“-Beiträgen zuvor, werden in einer gewissen Routine wöchentlich Buchtipps von Akteuren des Buchmarktes angefragt: Verleger, Buchhändler und Autoren, die zu dem Zeitpunkt „auffallen“ – sei es durch eine Auszeichnungen, durch Jobwechsel oder auch bei Autoren durch Platzierungen auf der Bestsellerliste – und das ohne weitere Vorgaben. Manche antworten, manche nicht.   

Wir haben uns, als das Stück auf dem Tisch lag, nach einer kritischen Diskussion entschieden, es trotz naheliegender Bedenken nicht zu kippen. Dabei spielte auch die Frage eine Rolle, ob Ignorieren der richtige Weg ist. Die ausgesprochene Buchempfehlung und die Einlassungen an sich bewegen sich im Spektrum der bisherigen Praxis.

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Kommentare

9 Kommentare zu "Alice Weidel empfiehlt »Das Märchen vom reichen Land«"

  1. Klaus-Peter Stegen | 16. April 2019 um 13:18 | Antworten

    Eine Demokratie ist sich selbst ihr größter Feind, in dem sie zulässt, was ihre Feinde verbieten. Auch wenn Weidel und AFD uns Übelkeit erzeugen, sollten wir die Pressefreiheit achten. Auch wenn es uns und mir schwerfällt.

  2. Burkhard Tomm-Bub, M.A. | 12. April 2019 um 20:35 | Antworten

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    was sind Ihre Werte? Haben Sie ethische Prinzipien? Ich fürchte nein.
    Auch bei Ihnen geht es wohl ausschließlich nur noch um Profit und Expansion, so mein klarer Eindruck.
    Die politische Richtung, für die die propagierte Politikerin steht, der sie zumindest verbal und „argumentativ“ in Deutschland den Boden bereitet, hat schon einmal den (allerdings vernichtenden) Kontakt zur „Bücherzene“ gesucht: am 10. Mai 1933.
    Gruß
    Burkhard Tomm-Bub, M. A.
    – Freie Bibliothek Pegasus in SL –

  3. Wolfgang Starke | 12. April 2019 um 15:33 | Antworten

    Liebe Leute beim Buchreport,
    erst dieser PR-GAU und dann noch die (gespielte?) Ahnungslosigkeit, mit der Sie den zahlreichen kritischen Nachfragen begegnen.
    Wie wäre es, mal ehrlich mangelnde Sorgfalt oder einen journalistischen Fehler zuzugeben statt herumzuschwiemeln?
    Mit freundlichem Gruß, Wolfgang Starke

  4. Die Demokratie wird das hoffentlich aushalten. Ich finde die Veröffentlichung jedenfalls nicht richtig und die Begründung sehr dünn. Vor allem im Vorfeld der Europawahlen sollte die Positionierung jeglicher PolitikerInnen ausgeschlossen sein. Das gilt für demokratische und undemokratische „Geister“.

  5. Robert S. Plaul | 12. April 2019 um 14:48 | Antworten

    Es ehrt Sie, dass Sie »eine kritische Diskussion« geführt haben, »als das Stück auf dem Tisch lag«. Das beantwortet aber nicht die Frage, wie Sie überhaupt dazu gekommen sind, bei Frau Weidel einen Buchtipp anzufragen. Hätte eine solche Diskussion nicht schon im Vorfeld stattfinden müssen?
    Es hätte im Übrigen auch nichts mit Zensur zu tun gehabt, Frau Weidel diese Plattform nicht zu bieten, sondern es wäre einfach eine – wie ich finde: vernünftige – redaktionelle Entscheidung gewesen. An Personen, die in der Buchbranche »auffallen« herrscht ja nun wahrlich kein Mangel, und niemand von ihnen hat deswegen automatisch einen Anspruch, die Rubrik zu befüllen. Muss es da denn wirklich eine Person sein, die – zumindest außerhalb der Buchbranche – durch menschenverachtende Äußerungen auffällt?

  6. Bravo, Buchreport – so geht Demokratie!

  7. Buchhändler für Meinungsfreiheit | 12. April 2019 um 12:26 | Antworten

    Hallo Buchreport, bitte lasst euch von den Kollegen nicht abschrecken, die hier lautstark Zensur verlangen. Dabei ist doch die Meinungsfreiheit so ein „hohes Gut“. Auch wenn ich persönlich nichts von der AFD halte, ist es ein zugelassene Partei, vertreten in den Ländern und im Bundestag. Aber mit dem Beschwerdeterror wird die Sache mehr aufgebauscht als verhindert. Auch in Weidels Buchtipp ist nichts Verwerfliches zu finden.

  8. Robert Franken | 12. April 2019 um 9:18 | Antworten

    Sind Sie noch bei Trost? Sie bieten dieser Rechtsaußen-Frau eine Plattform und tragen so dazu bei, ihr einen harmlosen Anstrich zu verpassen! Was soll das? Wer immer dafür verantwortlich ist: Diese Personen sind untragbar. Ich bin entsetzt. Und ich erwarte eine unverzügliche Stellungnahme.

  9. Judith Habermas | 10. April 2019 um 11:59 | Antworten

    Aus welchen Gründen bieten Sie mit Ihrer Einladung an Alice Weidel, eine Buchempfehlung abzugeben, einer Politikerin eine Plattform, die sich durch rassistische Äußerungen hervortut, Muslime verunglimpft und gegen Ausländer hetzt?
    Eine befriedigende Erklärung fällt mir nicht ein.
    Mit freundlichen Grüßen,
    Judith Habermas

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