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Einzelhandel will alte Tarifzöpfe abschneiden

Im Einzelhandel zeichnet sich ein überraschender Tarifkonflikt ab. Der Handelsverband Deutschland (HDE) teilte mit, bis Mitte des Jahres sämtliche Tarifverträge zu kündigen. Die Gewerkschaft Verdi reagierte empört. Auch der Buchhandel ist betroffen.
Die Tarifverträge stammten im Kern aus den 50er Jahren, heißt es zur Begründung vom HDE. Eine Modernisierung sei überfällig – viele der aktuellen Regelungen hätten mit der Arbeitswelt von heute nichts mehr zu tun. 
Die Gewerkschaft Verdi reagierte empört. „Wir sehen das als einen Generalangriff auf die Tarifverträge“, erklärte Verdi-Sprecherin Christiane Scheller. Die Arbeitnehmervertreter fürchten eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen im Einzelhandel.
Der HDE dagegen betonte, dass man die Tarifverträge durch eine Generalüberholung attraktiver für Unternehmen machen „und so der zurückgehenden Tarifbindung entgegenwirken“ wolle. Es gehe nicht darum, am Volumen der Löhne und Gehälter etwas zu ändern. 
Nach Untersuchungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung arbeitet etwa die Hälfte der Beschäftigten des Einzelhandels in tarifgebundenen Unternehmen. Ein weiteres Viertel sei in Unternehmen beschäftigt, die die Anwendung des Tarifvertrages oder großer Teile davon per Arbeitsvertrag vereinbart hätten. 
Auch der Buchhandel ist vom Tarifkonflikt betroffen: Je nach Bundesland gibt es teilweise brancheneigene Tarifverträge, teils zahlen die Buchhandlungen nach Einzelhandelstarif. 

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