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Gendern für geschlechtergerechte Sprache: Anlass zur Debatte

Geschlechtergerechte Sprache ist ein kontroverses Thema. Zahlreiche Sachbücher versuchen zu erklären, aufzurütteln oder zu vermitteln.

„Ob MeToo oder Black Lives Matter, ob die Debatten über gendergerechte Sprache, Trigger-Warnungen oder Meinungsfreiheit: Offenbar sind wir mehr denn je damit beschäftigt, das Limit des Zumutbaren neu zu justieren.“ So lautet die Diagnose der Philosophin und Journalistin Svenja Flaßpöhler. In ihrem 2021 erschienenen Buch „Sensibel. Über moderne Empfindlichkeit und die Grenzen des Zumutbaren“ (Klett-Cotta) beschreibt sie eine tiefgreifende Veränderung in unserer Wahrnehmung und Kommunikation.

Hat Deutschland satt: Matthias Politycki, Autor zahlreicher Reisebücher und Romane (zuletzt 2020: „Das kann uns keiner nehmen“), zog im Frühjahr 2021 nach Wien, weil er die deutsche Debattenkultur leid war. In seinem aktuellen HoCa-Sachbuch „Mein Abschied von Deutschland“ prangert er unter anderem die Genderdiskussion an. (Foto: Mathias Bothor/photoselection)

Die gewachsene Empfindlichkeit und „Wokeness“, das neue Bewusstsein für potenziell verletzendes Verhalten und Sprechen, betrifft alle Lebensbereiche und zeigt sich beispielsweise in einem veränderten Umgang mit dunkelhäutigen Menschen. Die praktische Umsetzung sensibler Sprache ist allerdings noch problematisch. So fällt es vielen Menschen schwer, immer den „richtigen“ Ton zu treffen und nicht im sprachlichen Fettnäpfchen zu landen. Zudem herrscht nach wie vor Uneinigkeit darüber, wie eine diskriminierungsfreie Sprache genau auszusehen hat.

Eine Folge: Unsicherheit und schnell eskalierende Konflikte um einzelne Ausdrücke und Äußerungen, die als rassistisch, sexistisch oder homophob aufgefasst werden. Flaßpöhler: „Sind wir dabei, zu Prinzessinnen auf der Erbse zu werden, die jede noch so kleine Störung als unzumutbar empfinden – oder handelt es sich bei diesen vermeintlichen Nichtigkeiten vielmehr um strukturelle Gewalt?“

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