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Ein Kampf ums E-Book

8 Monate vor der Bundestagswahl ist der Wahlkampf für die Buchbranche eröffnet. Es ist ein Kampf ums E-Book und damit um den Teil des Marktes, der anders als das gedruckte Buch wächst.

Eröffnet hat den Kampf der Deutsche Bibliotheksverband DBV. Der kritisiert seit Jahren, dass Bibliotheken E-Books nicht einfach wie gedruckte Bücher einkaufen und verleihen dürfen. Über E-Books werden Lizenzverträge abgeschlossen, bei denen Verlage besonders bei Bestsellern häufig ein späteres Startdatum für die Bibliotheksnutzung vorsehen. Dieses „Windowing“ soll sicherstellen, dass der Verkauf durch das Ausleihen nicht behindert wird.

Dagegen fordern die Bibliotheken den freien Zugriff auf E-Books (Motto: „Buch ist Buch“) und nicht zuletzt auch die für sie wohlfeilere Abrechnung der Ausleihen per Bibliothekstantieme wie bei gedruckten Büchern. Dies alles hat der DBV am Freitag (22.1.) in einem offenen Brief an die Abgeordneten des Bundestags mit mehrfachem Wink auf die E-Book-Versorgung ihrer Wählerinnen und Wähler ausformuliert.

Dagegen läuft das Netzwerk Autorenrechte aus 14 Autorenverbänden Sturm, von VS und PEN-Zentrum bis zum Self­pub­lisher-Verband und dem Krimiautorinnen-Verein Mörderische Schwestern: Der DBV nutze die Coronakrise, „um seine eigene Agenda durchzusetzen“ – auf Kosten der Urheber, Verlage und Buchhändler.

Der ebenfalls offene Konterbrief an die Abgeordneten wirft dem Bibliotheksverband „teilweise unredliche Argumente“ vor. Der Vorstoß bedeute, dass die Versorgung der digitalen Gesellschaft von Autorinnen und Autoren bezahlt werden solle. Das Bekenntnis zur digitalen Gesellschaft brauche aber Budgets: „Wir empfehlen nachdrücklich, den Kultur- und den Bildungsauftrag nicht auf dem Rücken des Buchsektors zu finanzieren.“

Und der Buchsektor selbst? Der Börsenverein hält sich zurück, beteiligt sich nicht am öffentlichen Getrommel und sucht Lösungen auf diplomatischem Wege. Auch das mit Blick auf die Bundestagswahl.

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