Dostojewskis »Die Sanfte« kommt in die Kinos

Fjodor Dostojewski zählt mit Romanen wie „Schuld und Sühne“, „Der Idiot“, und „Die Brüder Karamasow“ zu den bedeutendsten Schriftstellern Russlands. Doch sein literarisches Werk umfasst neben den großen Romanen auch zahlreiche Novellen und Erzählungen sowie eine Sammlung nichtfiktionaler Texte, die sich mit den Verhältnissen des russischen Kaiserreiches im 19. Jahrhundert auseinandersetzen. Manche dieser Werke veröffentlichte Dostojewski in seinem zum Teil selbst verlegten „Tagebuch eines Schriftstellers“.

Hier erschien im Jahr 1876 auch die Erzählung „Die Sanfte“, die heute unter anderem bei Reclam, Insel, Anaconda und dem Europäischen Literaturverlag vorliegt. Darin lässt Dostojewski in Form eines Monologes einen Witwer sein Leben überdenken und erzählt so die Geschichte einer gescheiterten Ehe. Neben den Einzelausgaben liegt „Die Sanfte“ auch in Sammlungen wie „Gesammelte Werke. Die Erzählungen“ und „Die besten Geschichten“ bei Anaconda vor.

»Die Sanfte« und das heutige Russland

Jetzt hat der seit 2001 in Deutschland lebende, ursprünglich aus der Ukraine stammende Regisseur Sergei Loznitsa den Stoff als Grundlage für seinen Film „Die Sanfte“ genommen. So wie Dostojewski in seinem Werk seinen zeitgenössischen gesellschaftlichen und spirituellen Verhältnissen nachspürte, zeichnet Loznitsa mit seiner Adaption ein vielschichtiges Bild vom gegenwärtigen Russland.

Zum Inhalt: Die schweigsame Alyonka (Vasilina Makovtseva) schickt ihrem inhaftierten Ehemann regelmäßig Pakete. Eines Tages kommt eine der Sendungen ungeöffnet und kommentarlos zurück. Da sie auch sonst keine Informationen erhält, macht sie sich auf den Weg zum Gefängnis nach Sibirien. Doch vor Ort begegnet man ihr mit wenig Verständnis. Obwohl Alyonka sich vielen Schikanen ausgesetzt sieht, versucht sie weiter, Antworten auf ihre Fragen zu bekommen.

 

 

 

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