Die Tyrannei der Wissenschafts-Zeitschriften brechen

Der frisch gebackene Nobelpreisträger Randy Scheckman hat einen Boykott der führenden naturwissenschaftlichen Zeitschriften ausgerufen. Anders als im Falle Elsevier richtet sich seine Kritik nicht gegen die Preispolitik – ihm geht es um die Forschung an sich.

Randy W. Schekman bei seinem Nobelpreis-Vortrag am 7. Dezember 2013 
© Nobel Media AB 2013
Der US-Biologe will keine Artikel mehr bei den führenden Wissenschaftsmagazinen „Science“, „Nature“ oder „Cell“ einreichen. „Ebenso wie die Wall Street mit der Boni-Kultur brechen muss (Schekman meint die Exzesse bei der Manager-Vergütung, d. Red.), muss die Tyrannei der Top-Journale gebrochen werden“, erklärte er dem „Guardian. Der durch die Zeitschriften entstehende Druck würde die Wissenschaftler dazu verleiten, über Mode-Themen, statt für die Wissenschaft bedeutsame Themen zu forschen. Dieses Problem werde verschärft durch Redakteure, die keine aktiven Wissenschaftler seien und jene Studien bevorzugten, die für Furore sorgten.
Schekman kritisiert auch den „Impact Factor“, mit dem gemessen wird, wie oft ein Artikel zitiert werde: „Ein Artikel wird häufig zitiert, wenn er gut ist – oder wenn er auffällig, provokativ oder falsch ist.“ 
Der Nobelpreisträger ist Chefredakteur des Open-Access-Journals „eLife, das im Wettbewerb zu den klassischen Wissenschaftsmagazinen steht und die Veröffentlichungspraxis grundlegend ändern soll. Bei „eLife“ werden die Artikel von Rezensenten gelesen, die als Wissenschaftler arbeiten. Die Texte sind für jedermann frei zugänglich.  
Im Video stellt er das Projekt vor:
Schekman steht nicht alleine da. Auch der Physik-Nobelpreisträger Peter Higgs kritisiert die Veröffentlichungspraxis, die für ihn symptomatisch für den Wissenschaftsbetrieb ist. 

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