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Die Mauer muss weg

Die Verlagsbranche steht der Digitalisierung ratlos gegenüber. Die Antwort aber ist klar: Wir brauchen nicht noch mehr Bücher, sondern vor allem neue Leser. Ein Gastbeitrag von Porter Anderson.
Ich war noch ein Teenager, als meine Familie in Cherbourg ankam, um mit der Queen Elizabeth, dem legendären Ozeankreuzer der Cunard Line, in die Vereinigten Staaten zurückzureisen. Stolz hatte ich meinen Freunden erzählt, dass die RMS Queen Elizabeth über drei Meter länger war als ihr Schwesterschiff, die RMS Queen Mary. Wir fuhren mit unserem Volkswagen am Kai entlang, rechts von uns Lagerhäuser, links die lange, raue Mauer irgendeines dunklen Hafengebäudes.
„Wann kommt denn das Schiff?“ fragte ich meinen Vater.
Er zeigte auf die riesige verwitterte Mauer, die neben uns aufragte. „Das ist doch schon das Schiff, Junge.“
Jetzt, gegen Ende des Verlagsjahres 2015, denke ich an diesen Augenblick zurück, der damals in gewisser Weise das Ende einer Zeit der Unschuld markierte. Vielleicht besteht auch jetzt wieder die letzte Gelegenheit, aus dem Fenster zu schauen, diese lange, hohe, abweisende Mauer zu sehen und nicht zu begreifen, dass es sich dabei um den Wettbewerb handelt, der uns bevorsteht: gigantisch, unheilvoll, bedrohlich.

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