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Die jungen Übernehmer

Hat der stationäre Buchhandel eine hoffnungsvolle Zukunft? Ja, sagen die drei Nachwuchsbuchhändler Frederick Wrensch, Elena Schmitz und Martin Riethmüller und treten in die Fußstapfen ihrer Eltern. Hier erzählen sie von ihrer Motivation, ihrem Einstieg und ihren Ideen.

Der kleine Martin sitzt auf einem Straßenteppich. Auch seine Schwester Maike hat offenbar Spaß am Spiel auf der Buchhandelsbaustelle. Die alten Fotos sind jetzt wieder aufgetaucht, als für die Jubiläumsaktivitäten der Ravensburger Buchhandlung Ravensbuch zum 25-jährigen Bestehen alte Dokumente gesichtet wurden.

Martin und Maike sind die Kinder des Buchhändlerehepaars Margarete und Michael Riethmüller, die nicht nur während des ersten Umbaus der Buchhandlung mit dabei waren. „Die Buchhandlung war zu Hause immer ein Thema, das hat schon morgens am Frühstückstisch angefangen. Wir sind damit aufgewachsen“, sagt Martin Riethmüller heute. Während seine Schwester Erziehungswissenschaften im fernen Hamburg studiert, ist der mittlerweile 30-Jährige in den Laden zurückgekehrt. Statt unter dem Packtisch zu sitzen, ist er heute etwa hinter der Kasse zu finden. Mittelfristig wird er die zwei Ravensbuch-Standorte von seinen Eltern übernehmen.

 

Übergabe am liebsten in der Familie

Nach Schätzungen des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn steht aktuell (2014 bis 2018) in rund 135.000 Familienunternehmen die Nachfolgefrage im Raum, im Jahresschnitt also rund 27.000 Übergaben. Die meisten Unternehmer streben der Studie zufolge eine familieninterne Nachfolge an, am häufigsten sollen die Geschäfte an einen Sohn übergehen.

Tatsächlich gibt es folgende Verteilung bei den Nachfolgelösungen:

  • 54% der Eigentümer übergeben das Unternehmen an Kinder oder andere Familienmitglieder.
  • In 29% der Fälle übernehmen externe Führungskräfte, andere Unternehmen oder Interessenten von außerhalb.
  • 17% der Familienunternehmen übertragen ihren Betrieb an Mitarbeiter.

Im Buchhandel gibt es zahlreiche familiengeführte Betriebe, Standorthändler sowieso, aber auch große Filialbetriebe, die etwa wie Hugendubel, die Mayersche und Osiander auch erfolgreiche Stabübergaben in der Familie hinbekommen haben. Zwei andere Beispiele haben in jüngster Zeit für Aufmerksamkeit gesorgt, weil dort eine familieninterne Übergabe nicht geglückt ist: Die Herwig-Buchhandlungen in Baden-Württemberg und die in Nordbayern an 5 Standorten aktive Kleinkette Hübscher gingen an den Südwestfilialisten Osiander.

 

Zweifel an der Zukunftsperspektive

Dahinter steckt nicht nur, dass Händlerkinder andere berufliche Interessen entwickeln, sondern auch die Skepsis, ob der Sortimentsbuchhandel noch eine vielversprechende Perspektive aufweist. Die Veränderungen im Einzelhandel und in der Mediennutzung wecken Zweifel. Auf die Frage, ob er seinen Kindern überhaupt in diesen Zeiten die Nachfolge im buchhändlerischen Familienunternehmen empfohlen haben würde, hat Till Herwig den Kopf geschüttelt. „Sicher nicht“, antwortete der Buchhändler, der das Unternehmen in vierter Generation geführt hat, in der Familie aber keinen Nachfolger fand und deshalb kürzlich verkaufte.

Auch Michael Genniges hat sich zum Verkauf entschlossen. Er hatte Hübscher seit 2007 gemeinsam mit seinem Schwiegersohn Jürgen Reichert geführt. Allerdings hat der potenzielle Nachfolger das Unternehmen Anfang 2017 verlassen, um sich auf die Entwicklung seiner Bamberger Comic-Fachhandlung zu konzentrieren. Reichert hat im vergangenen September einen zweiten ComixArt-Laden in Bayreuth eröffnet.

 

Mit Respekt an die neue Aufgabe

Doch ebenso gibt es die Beispiele, bei denen Branchennachwuchs seinen Eltern im familieneigenen Unternehmen nachfolgt. Einige von ihnen haben bereits ein Netzwerk gegründet und sind mehrfach zusammengekommen, um sich als Neuankömmlinge in der Branche zu vernetzen.

Frederick Wrensch, Elena Schmitz und Martin Riethmüller sind drei Nachwuchsbuchhändler, die kürzlich in den elterlichen Betrieb eingestiegen sind oder bald einsteigen werden. Von ihnen kommen keine forschen Ansagen. Sie gehen ihre neue Aufgabe respektvoll an und wissen um den Anspruch in dieser für den stationären Buchhandel angespannten Zeit. Alle drei sind mit und in der jeweiligen Buchhandlung aufgewachsen, doch keiner wurde von den Eltern in die Rolle des Nachfolgers gedrängt, sodass sie die Freiheit hatten, nach der Schule das zu tun, wonach ihre Neigung stand. Das haben sie dann auch getan: Alle drei haben studiert, keiner hat eine Ausbildung zum Buchhändler absolviert. Das Buchbranchenwissen haben sie sich auf anderen Wegen angeeignet.

Zunächst starten die drei Jungunternehmer und angehenden Übernehmer parallel zu den Eltern in der Buchhandlung. Sie schnuppern in alle Bereiche des Sortiments rein, um die internen Abläufe kennenzulernen. Darüber hinaus eignen sie sich auch Wissen über die Branche und ihre Eigenheiten an. In jedem Fall wollen sie dafür sorgen, mehr junge Kunden in die Läden zu locken und sich um den Online-Shop sowie den Auftritt der Sortimente in den sozialen Netzwerken kümmern – als Mindestvoraussetzung für die buchhändlerische Zukunft.

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