»Die Branche betrügt sich selbst«

Während vielerorts über schwindende Leserzahlen geklagt wird, sieht sich die Selfpublishing-Branche im Aufwind. Vera Nentwich, Vorsitzende des Deutschen Selfpublisher-Verbands, spricht im Interview über aktuelle Entwicklungen der Szene.

Wo stehen die Selfpublisher im Frühjahr 2018: Lässt der Schwung der früheren Jahre etwas nach?

Nein, im Gegenteil. Selfpublishing ist definitiv zu einer Massenbewegung geworden. Noch vor zwei Jahren gab es viel mehr Skepsis und Zurückhaltung, jede Zeitung und jedes Medium meinte, sie müssten in ihren Beiträgen noch einen Warnhinweis anbringen, dass es im Selfpublishing auch schlechte Bücher gibt. Das wird weniger. Mittlerweile sind die Menschen viel offener dem Selfpublishing gegenüber. Selbst gestandene Verlagsautoren sagen mir, dass sie auch schon darüber nachdenken, ihre Bücher selbst zu veröffentlichen.

Die Buchbranche insgesamt hat viele Kunden, ja explizit Leser an andere Medien verloren. Was spürt die Selfpublisher-Szene davon?

Das ist genau der Punkt: Ich glaube, die Buchbranche betrügt sich selbst, weil sie Selfpublishing gedanklich ausgrenzt. In den Branchenstatistiken taucht ein wesentlicher Teil dieser Titel gar nicht auf, weil die Mehrheit der Selfpublisher exklusiv bei Amazon veröffentlicht. Umgekehrt kommt die Hälfte der Top-100-Titel bei Amazon aus dem Selfpublishing. Wenn man sich den Marktanteil von Amazon am Buchmarkt anschaut, wird klar: Das ist ein großes Volumen. Gegen den Trend des klassischen Buchmarktes wächst SP und dürfte neue Leserkreise erreichen.

Ist Selfpublishing durch E-Book-Dumpingpreise mitverantwortlich dafür, dass Bücher entwertet werden?

Natürlich gibt es viele 99-Cent-E-Books, aber es ist nicht richtig, Selfpublishing mit E-Book gleichzusetzen. Die meisten Autoren veröffentlichen auch gedruckte Bücher. Es gibt sogar einige, die nur Print‧bücher machen. Sicher gibt es einige Leser, die vor allem zu den günstigen E-Book-Titeln greifen. Aber ich weiß nicht, ob das so schlecht ist, weil dadurch Leserkreise erreicht werden, die für klassische Verlagstitel schon lange verloren sind.

Eine gemeinsame Herausforderung von Verlagen und Selfpublishern ist die nachlassende Sichtbarkeit von Büchern: Was ist zu tun?

Ich finde die Frage interessant, muss aber sagen, dass ich mangelnde Sichtbarkeit für Bücher gar nicht so empfinde. Wenn Sie sich anschauen, wie diverse Selfpublishing-Autoren in den sozialen Medien gehypt werden, kann man von geringer Sichtbarkeit nicht sprechen. Klar gibt es die Attraktivität von Netflix-Serien, aber ich bin überrascht, wie viele Menschen, insbesondere junge Menschen, lesen, über E-Reader, aber auch auf dem Tablet oder Smartphone.

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