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Deutsche Papierindustrie steigert Produktionsmenge

Der Verband „Die Papierindustrie”, ehemals Verband Deutscher Papierfabriken, meldet nach den teils deutlichen Rückgängen des vergangenen Jahres steigende Produktions- und Absatzmengen für die deutsche Zellstoff- und Papierindustrie. Auf Basis der Daten, die der Verband bei seinen Mitgliedsunternehmen abfragt, hat er diese Durchschnittswerte für das 1. Halbjahr errechnet:

  • Die Produktion über alle Sorten lag bei +6,3% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
  • Der Gesamtabsatz notierte bei +6,8%. 
  • Die Auftragseingänge stiegen um 15,8%.

Unterschiedlich enwickeln sich die einzelnen Sorten.

Bei Grafischen Papieren ist die Produktionsmenge nach den starken Einbrüchen des Vorjahres wieder gestiegen (1. Halbjahr 2021: +5,6%), liegt aber noch unter dem Vorkrisenniveau von 2019 (s. Tabelle). Auch im 1. Quartal 2021 war die Produktionsmenge demnach noch spürbar rückläufig. 

Produktion in TonnenJan-Jun 2019Jan-Jun 2020Jan-Jun 2021
Grafische Papiere3.570.8953.019.1273.189.465
  • Papier, Karton und Pappe für Verpackungszwecke: Die Produktion notierte 7,4% über Vorjahr. Im 2. Quartal haben Nachfrage und Produktion deutlich angezogen. 
  • Technische und Spezialpapiere lagen im 1. Halbjahr zweistellig im Plus (12,5%).
  • Hygienepapiere: Hier wurde weniger produziert als im Vorjahr (-4,8%). Grund dürften die Panikkäufe im vergangenen Jahr sein, durch die Lagerbestände im Handel und in Privathaushalten aufgebaut wurden, mutmaßt der Verband.

Steigende Kosten und Versorgungsengpässe

Auch der Verband „Die Papierindustrie” verweist, zumal angesichts der steigenden Nachfrage, auf die angespannte Lage in den Beschaffungsmärkten. Probleme bereiten Preissteigerungen bei Energie und Rohstoffe sowie Versorgungsengpässe bei Roh- und Hilfsstoffen.

Aufgezählt wird ein ganzer Strauß an Widrigkeiten. Im Wortlaut: „Strom und Gaspreise liegen deutlich über dem Niveau vor der Corona-Krise. Beim Altpapier hat der Lockdown zu einem sichtbar geringeren Aufkommen aus Handel und Gewerbe geführt, das auch nicht durch den verstärkten Verbrauch an Verpackungen beim E-Commerce mit Privathaushalten ausgeglichen werden konnte. Entsprechend bewegen sich die Preise auf einem anhaltend hohen Niveau. Gleiches gilt für den Zellstoff, bei dem die Preise vor allem durch die starke Nachfrage aus China und die aufgeschobene Realisierung zusätzlicher Produktionskapazitäten in Mittel- und Südamerika nach oben getrieben werden. Die Rohstoffknappheit wird durch die weltweiten Probleme im Seeverkehr und die damit verbundene Knappheit von Containern sowie massiv steigende Frachtraten befeuert. Auch der für die Papierindustrie mit Abstand wichtigste Straßentransport hat sich durch die CO2-Bepreisung des Treibstoffs sichtbar verteuert. Problematisch für den Warenverkehr sind auch die aktuellen Verzögerungen durch Straßensperrungen in den Hochwassergebieten.”

Produktion in einer Papierfabrik (Foto: lnzyx/123RF.COM)

Themenschwerpunkt: Beschaffung

  • Wie entwickelt sich die Lage in den Beschaffungsmärkten?
  • Wie schätzen Herstellungsleiterinnen, Einkaufsverantwortliche und Lieferanten die Lage ein?
  • Wie lässt sich kurzfristig gegensteuern, und wie lässt sich die Beschaffung dauerhaft resilient aufstellen?

 

buchreport und Publisher Consultants haben Expertinnen und Experten befragt. Ihre Einschätzungen und weitere Erkenntnisse werden sukzessive in einer Serie im Channel Produktion & Prozesse auf buchreport.de veröffentlicht.

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