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Der Schlussverkauf

Das Tempo ist beeindruckend. Die ohnehin schon arg reduzierte Liste der Direct-Group-Unternehmen im Bertelsmann-Geschäftsbericht 2009 hat jetzt viele Verkaufshäkchen. Wenn Bertelsmann nach den italienischen, portugiesischen und spanischen Beteiligungen auch noch seine gut positionierten französischen Club- und Handelsaktivitäten verkauft, ist von der internationalen Gruppe kaum noch etwas übrig. Es verbleibt der deutschsprachige Club, der „Lesering“, der in den Chroniken zum 175. Bertelsmann-Jubiläum gerade noch einmal als Triebfeder zum Aufstieg des Medienkonzerns nach dem Zweiten Weltkrieg gewürdigt wird.

Nach der Analyse, dass die Abnahmeverpflichtung im Rahmen der Club-Mitgliedschaft keine Zukunft hat, hatte Konzernchef Hartmut Ostrowski 2008 zwei Optionen entwickelt und gleich mit Fragezeichen versehen: Option 1 wie in Portugal und Frankreich in größerem Stil in den offenen Medienhandel einsteigen oder Option 2 mit den Adressen klassisches Direktmarketing forcieren. Beides sei risikoreich und es stelle sich die Frage, ob es für ein solches Geschäft nicht geeignetere „Owner“ oder Partner gebe. Die Antwort ist spätestens mit dem vollzogenen Verkauf in Portugal, dem Rückzug aus Online-Shops und der geplanten Desinvestition in Frankreich gegeben.

Konsequent wäre jetzt auch der Verkauf des verbliebenen deutschen Clubs. Nur wer könnte der geeignete „Owner“ werden, der in der überbesetzten Handelslandschaft Interesse an den über 200 Verkaufsstellen und am Sonderausgabengeschäft entwickelt, das der Nicht-Club Weltbild längst auf seine Art online wie stationär überzeugender betreibt?

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