Constantin Schreiber über »Die Kandidatin«

Constantin Schreiber, geboren 1979, moderiert die Tagesschau und ist einer der besten Kenner der arabischen Welt. Für die deutsch-arabische Talkshow „Marhaba – Ankommen in Deutschland“, in der er Geflüchteten das Leben in unserem Land erklärt, wurde er 2016 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Mit seiner 2019 gegründeten Deutschen Toleranzstiftung setzt er sich für interkulturellen Austausch im In- und Ausland ein. Seine Bücher „Inside Islam“ und „Kinder des Koran“ (beide erschienen bei Econ) waren SPIEGEL-Bestseller. Bei Hoffmann und Campe erschien von ihm zuletzt „Marhaba, Flüchtling!“ (2016) und jetzt sein erster Roman „Die Kandidatin“. Schreiber lebt mit seiner Familie in Hamburg. (Foto: Marlene Gawrisch)

In den aktuellen Frühjahrs-Programmen finden sich zahlreiche Romandebüts deutschsprachiger Autorinnen und Autoren. buchreport stellt 15 dieser Newcomer in Steckbriefen vor. Heute: Constantin Schreiber.

Mein Roman in drei Sätzen

In „Die Kandidatin“ werfe ich einen Blick in die politische Zukunft Deutschlands und erzähle die Geschichte der ersten muslimischen Kanzlerkandidatin. Die deutsche Gesellschaft ist zwischen rechts und links vollkommen polarisiert. Sabah Hussein, die sich öffentlich als diverse, tolerante Politikerin zeigt, schickt sich nun an, Kanzlerin zu werden, als plötzlich Hinweise aus ihrer Vergangenheit auftauchen, die ihr öffentliches Bild in Frage stellen.

Mein Weg zu Hoffmann und Campe

Mit Hoffmann und Campe habe ich bereits mein Sachbuch „Marhaba, Flüchtling“ umgesetzt. In den letzten Jahren hatte ich zunehmend das Gefühl, dass Debatten, gerade in Bezug auf Islam, Zuwanderung und Diversität, sehr in der Diskussion der Gegenwart hängen bleiben und kaum ein Zukunftsbild entworfen wird, wie unsere Gesellschaft in einigen Jahren aussehen könnte. So kam ich auf die Idee, mit der „Kandidatin“ eine solche fiktionale Zukunftsvision zu entwerfen.

Das Verdienst meiner Lektorin

Katrin Aé schafft es, mich mit den richtigen Hinweisen und Ideen dazu zu bringen, die Figur meines Romans differenzierter und nah­barer zu erzählen.

Mein Eindruck von Literaturbetrieb und Buchbranche

Bisher positiv.

Meine Lieblingsbuchhandlung

Buchhandlung Herschel, Anklamer Straße, Berlin

Mein Lieblingsautor

Thomas Brussig

So lese ich

Im Urlaub mit viel Zeit und sehr langsam.

Schreiben ist für mich

Selbstfindung und kreativer Prozess

Wenn ich nicht gerade schreibe

Stehe ich sehr häufig in einem Nachrichtenstudio, mache Sport oder spiele mit meinen Kindern.

 

Warum haben Sie dieses Debüt ins Programm genommen?

Nachdem Constantin Schreiber große Sachbuch-Bestseller geschrieben hat, geht er mit seinem ersten Roman über die Grenzen dieser Gattung hinaus und legt mit „Die Kandidatin“ ein spannendes Gedankenexperiment vor, das Leserinnen und Leser einlädt, aus einem fiktiven Morgen neu aufs Heute zu schauen.

Katrin Aé, Lektorin

Debütantinnen und Debütanten – im buchreport.magazin 01/2021

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