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Buy local trägt Früchte

In Deutschland steckt die „Buy local“-Bewegung noch in den Kinderschuhen, gewinnt aber zunehmend an Fahrt. Wie viel Verkaufspotenzial in entsprechenden Indie-Kampagnen steckt, zeigt der unabhängige Buchhandel in den USA, der auf dem besten Wege ist, 2012 trotz der anhaltenden Konjunkturschwäche mit einem satten Plus abzuschließen.

Bis Ende November haben die 500 Mitgliedsbuchhandlungen der American Booksellers Association 11% mehr Bücher verkauft als im Vorjahreszeitraum. Oren Teicher, CEO der ABA: „Wir wussten, dass viele Indie-Buchhändler ein gutes Jahr haben, aber das hat uns doch überrascht.“

Borders-Pleite und „Buy local“ schaffen 2012 Nachfrage
Die Pleite von Borders im September 2011 hat aus Teichers Sicht vor allem in den ersten Monaten „maßvoll“ zum guten Abschneiden beigetragen. Entscheidend sei jedoch die „Buy local“-Massenbewegung. Der wohl größte Sponsor ist die Kreditkartenorganisation American Express als Initiator des „Small Business Saturday“. Am Samstag des Thanksgiving-Wochenendes, das in den USA Ende November das Weihnachtsgeschäft einläutet, betreibt der unabhängige US-Einzelhandel laut und unübersehbar Werbung in eigener Sache.
American Express hat den Aktionstag nicht nur mit einem dicken Werbepaket für den P.O.S. unterstützt – u.a. wiesen Fußmatten vor den Läden den Weg zu den Händlern –, sondern im Vorfeld auch TV-Spots sowie große Anzeigen in Zeitungen geschaltet. Wer als Kunde in den Geschäften mit seiner Amex-Karte bezahlt hat, bekam zudem eine Gutschrift von 25 Dollar.
Das Fazit des dritten „Small Business Saturday“ kann sich sehen lassen:
  • Über 500000 unabhängige Händler haben mitgemacht.
  • Die Kunden haben in ihren Läden rund 5,5 Mrd Dollar ausgegeben.
  • 36% der teilnehmenden Indies rechnen damit, dass es der wichtigste Einkaufstag im ganzen Weihnachtsgeschäft für sie war.
Zu den teilnehmenden Händlern gehörten auch über 400 Sortimentsbuchhändler, für die der „Small Business Saturday“ der Startschuss für eine neue Kampagne der ABA war. Unter dem Motto „Thanks for Shopping Indie“ haben 25 Verlage ein Paket von 60 Büchern für Erwachsene und Kinder zu günstigen Konditionen geschnürt, die der Handel an seine Kunden weitergibt.

Kommentare

1 Kommentar zu "Buy local trägt Früchte"

  1. Günther Reisenauer | 17. Dezember 2012 um 18:53 | Antworten

    Interessant wäre zu wissen, wie hoch dabei der e-book Anteil ist. Ansonstensind das erfreuliche Nachrichten.

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