Buy Local: Nur mal kurz die City retten

Diskussion in Leipzig: Christoph Paris (RavensBuch), Renata Sielemann (Diogenes), David Mesche (Buchbox), Martin Riethmüller (Buy Local), Rainer Uebelhöde (buchreport)

Verödete Einkaufszonen, lokale Einzelhändler unter Druck: Eine Entwicklung, die der vor fünf Jahren gegründete Verbund Buy Local einen Stärkungspakt entgegensetzen will. Wird dieses Ziel erreicht?

Diese Frage stand im Mittelpunkt der buchreport-Veranstaltung „Nur mal kurz die City retten“ auf der Leipziger Buchmesse. Rainer Uebelhöde (buchreport) diskutierte mit Martin Riethmüller (Buy Local), Christoph Paris (RavensBuch), Renata Sielemann (Diogenes) und David Mesche (Buchbox).

„Ich habe den Eindruck, dass die Offenheit der Gesellschaft für unsere Themen wächst“, freut sich Riethmüller. „Unser Ziel ist es, das Bewusstsein für den den Stellenwert des lokalen Einzelhandels zu stärken, ohne den Kunden dabei mit erhobenem Zeigefinger zu begegnen.“

In Ravensburg streben Christoph Paris und das RavensBuch-Team (die Buchhandlung gehört den Buy-Local-Mitgründern Margarete und Michael Riethmüller) eine engere Vernetzung des lokalen Einzelhandels an, indem ein Kundenkartensystem eingeführt wird, das allen angeschlossenen Geschäften zugutekommen soll. Grundidee: Wenn für eine bestimmte Summe in den Geschäften einkauft wird, geht ein geringer Prozentsatz an ein gemeinnütziges Projekt nach Wahl des Kunden.

Mesche erklärt, in den Berliner Kiezen bestehe ein großes Interesse der Kunden an lokalen Geschäften: „Grundsätzlich kaufen sie lieber bei uns – aber wenn uns Amazon, zum Beispiel in puncto Same Day Delivery, einen Schritt voraus ist, wird es für uns schwierig. Da müssen wir gleichziehen.“ Um seinen Kunden einen Mehrwert zu bieten, verteilt Mesche unter anderem Kundenkarten, die auch mit Vorteilen in vielen anderen Kiez-Geschäften locken.

Ein Kernvorteil der Buy Local angeschlossenen Buchhandlungen ist die Vernetzung mit anderen inhabergeführten Geschäften vor Ort. „So entstehen Synergien zwischen Branchen, die einander gar nicht beachtet haben“, erklärt Riethmüller.

Zu den Verlagen, die Buy Local fördern, gehört Diogenes. Werbeleiterin Renata Sielemann: „Die Vielfältigkeit des stationären Buchhandels zu erhalten, ist uns sehr wichtig. Buy Local  ist eine Initiative, die genau da ansetzt. Deshalb unterstützen wir sie gern.“

Warum kommt Buy Local bei den gesteckten Zielen immer nur Schritt für Schritt voran? Viele lokale Werbegemeinschaften und andere vor Ort bereits bestehende Initiativen sehen Buy Local offenbar immer noch als Konkurrenz an. Die Zielsetzung der Allianz ist eine völlig andere: Sie soll als Plattform dienen, von der letztlich alle profitieren.

Bekommt Buy Local die erhoffte bundesweite Schlagkraft? Der im vergangenen Jahr zur Genossenschaft erweiterte Verein hat die Volksbanken und Raiffeisenbanken an Bord geholt, die Buy Local bei ihren Firmenkunden forciert bewerben. Das soll für starke Dynamik sorgen.

Kommentare

Kommentar hinterlassen zu "Buy Local: Nur mal kurz die City retten"

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Mit dem Abschicken des Kommentars erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihre Daten elektronisch gespeichert werden. Diese Einverständniserklärung können Sie jederzeit gegenüber der Harenberg Kommunikation Verlags- und Medien-GmbH & Co. KG widerrufen. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutz-Richtlinien

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*

Dossier

buchreport.spezial

Aktuelles aus dem Handel

  • »Krimi-Boom als Humus für literarische Spitzenprodukte«  …mehr
  • Libri Campus-Ideenwettbewerb: Drei Buchhandlungen erhalten Preise  …mehr

  • SPIEGEL-Bestseller im Blick

    Der SPIEGEL-Bestseller-Newsletter gibt Ihnen jede Woche kostenlos einen Überblick zu den Aufsteigern der neuen SPIEGEL-Bestsellerlisten.

    » Melden Sie sich hier kostenlos an.

    Wollen Sie sich darüber hinaus schon vorab und detailliert über die Toptitel von morgen informieren, um frühzeitig disponieren zu können?

    » Bestellen Sie das SPIEGEL Bestseller-Barometer ab 8 Euro pro Monat.

    Wenn Sie die SPIEGEL-Bestesellerlisten z.B. in Ihren Geschäftsräumen präsentieren wollen oder online in Ihren Web-Auftritt integrieren möchten, hat buchreport weitere Angebote für Sie.

    » Weitere Angebote zu den SPIEGEL-Bestsellerlisten