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Buchhändler-Abrechnung wird verkauft

Die Geschäfte der Buchhändler-Abrechnungsgesellschaft BAG werden verkauft. Diese Entscheidung haben jetzt der Börsenvereins-Vorstand und der Aufsichtsrat der Börsenverein des Deutschen Buchhandels Beteiligungsgesellschaft mbH (BBG) getroffen. Weil der Verkauf der BAG aber ein Branchenpolitikum ist, wird hierzu auch noch die Hauptversammlung des Börsenvereins am 11. Juni in Berlin abstimmen, denn:

  • Das BAG-Abrechnungsverfahren gilt für viele Branchenteilnehmen als zentrale Dienstleistung unter dem Verbandsdach.
  • Die Börsenvereins-Gruppe hat erst in den letzten Jahren einen zweistelligen Millionen-Betrag in die BAG-Sanierung gesteckt.    

Die erst 2007 komplett von der Börsenvereins-Wirtschaftstochter MVB übernommene BAG bietet im Kern als Rationalisierung die Zentralregulierung, das sog. Zahlungsclearing an: Verlage übergeben der BAG ihre Forderungen an Buchhändler und bekommen sie nach Fälligkeit in einer Summe ausbezahlt. Buchhändler erhalten statt vieler Verlagsrechnungen eine Sammelabrechnung von der BAG und gleichen diese mit nur einer Zahlung aus. Hinzu kommen Zwischenfinanzierungsangebote durch die BAG-Tochter BKG.

Das Abrechnungsgeschäft schrumpft, weil erstens auf Handelsseite große Ketten mit ihrer eigenen Einkaufs- und EDV-Abteilung die Abrechnungen selbst organisieren und zweitens einige Verlage und ihre Auslieferungen die Abrechnungsbündelung selbst in die Hand nehmen. Für den Ausbau der Finanzdienstleistungen (Factoring, Delkredere, Kreditvergabe), die die Kunden stärker binden könnte, fehlt BAG/BKG die notwendige Banklizenz.      

Deshalb hatten die Verbandsstrategen zur BAG-Zukunft kürzlich zwei (Schein-)Alternativen entwickelt:

  • Fortführung der Geschäfte unter dem Dach der MVB mit hohen Investitionen, was in der Branche nach den bereits versenkten Verbandsmillionen wohl keine Zustimmung finden wird. Weitere risikobehaftete Investitionen haben Aufsichtsrat und Verbandsvorstand erwartungsgemäß abgelehent.
  • Verkauf des Abrechnungsgeschäfts an einen strategischen Partner mit Banklizenz, der das Clearing auch bei schrumpfenden Umsätze wirtschaftlich betreiben und weitere Finanzdienstleistungen anbieten kann.  

Darauf läuft es jetzt hinaus. Die MVB verhandelt noch mit Banken als Kandidaten für die Übernahme.

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