Buchblog Award: Tino Schlench gewinnt mit „Literaturpalast“

Im Rahmen der (digitalen) Frankfurter Buchmesse überreichten das Netzwerk-Portal NetGallery und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels den Buchblog Award 2020.

Aus über 700 Einsendungen und Vorschlägen filterte die Jury aus Antonia Baum (freie Autorin, ZEIT), Jo Lendle (Verleger, Carl Hanser Verlag), Tina Lurz (Mitgründerin Agentur ehrlich&anders), Carolin Wolf (Inhaberin Buchhandlung Carolin Wolf) und Torsten Woywod (Online-PR- und Social-Media-Manager, DuMont Verlag) am Ende vier Sieger. 

Tino Schlench, Betreiber des Buchblogs Literaturpalast.at

Tino Schlench, Betreiber des Buchblogs Literaturpalast.at

In der Begründung formulierte die Jury über den besten Buchblog: „Tino Schlench hat mit seinem Literaturpalast bewiesen, was für eine enorme Weiterentwicklung in einem Jahr möglich ist: Neben seinem Instagram-Kanal mit dem klaren Fokus auf Osteuropa und Ostdeutschland hat er in Form einer Webseite und einem Podcast weitere mutige Projekte hervorgebracht. Auf den verschiedenen Plattformen entsteht eine ganz eigene Welt, in der Tino Schlench seine Begeisterung für Underdog-Literatur klug, pointiert und gehaltvoll mit anderen teilt und diesen Büchern Aufmerksamkeit verschafft. Er schreibt auf hohem Niveau und spricht sein Publikum auf selbstbewusste, charmante und unterhaltsame Weise an. Dieser hohe Grad an Professionalität und die tiefgehende Auseinandersetzung mit Literatur müssen ausgezeichnet werden!“ 

Über die Auszeichnung freute sich Schlench im Gespräch mit buchreport. „Das bedeutet mir sehr viel.“ Etwas traurig stimmte ihn einzig die fehlende persönliche Begegnung in Frankfurt. „Die Veranstaltung ist natürlich angesichts der Umstände etwas untergegangen. Ein Hallo mit der Jury war beispielsweise nicht möglich, die sonst üblichen Treffen auf der Messe fielen aus.“ 

Besondere Note

Mit seinem „Literaturpalast“ bringt Schlench in diesem Jahr eine besondere Note mit. Der Literaturwissenschaftler bringt Leidenschaft für das Thema Buch mit und hatte schon während seines Studiums vereinzelte Rezensionen verfasst, unter anderem für das österreichische Magazin „Wespennest“. Mittlerweile kümmert er sich vorrangig um Bücher aus dem deutschen und europäischen Osten. Literatur, die „in anderen Medien nicht so häufig auftaucht“, wie er beschreibt. Viele andere Blogs hätten einen eher tagebuchartigen Charakter. Im „Literaturpalast“ finden Leser einen sehr spezifischen Inhalt. „Man weiß eben sehr genau, wofür ich stehe.“ Das Gute an der Nische sei, dass es die Arbeit interessanter mache. 

Im Jahr 2018 hatte er sein Projekt auf Instagram begonnen, mittlerweile existiert eine eigene Webseite. So besonders wie sein Thema ist auch seine Herangehensweise. „Ich bemühe mich auch immer neue stilistische Formen zu wählen.“ Die klassische Rezension findet sich bei Schlench nicht, eher ein buntes Sammelsurium aus ganz verschiedenen Textarten und Darstellungsformen. „So lebe ich mich kreativ aus.“ Dazu gehört auch das visuelle Element Foto. Das spielt in der Präsentation der Inhalte eine nicht minder wichtige Rolle für Schlench. „Fotos nehme ich durchaus ernst, denn ich möchte mehr als Dekobilder machen.“ Der Grundgedanke sei, im „besten Sinne Interesse zu entfachen für eine Form von Literatur, die in anderen Medien nicht so häufig auftaucht“. 

Die Unabhängigkeit und Freiheit in der eigenen Arbeit ist dabei ein kleiner Trost, denn: „Niemand kann davon leben.“ Ob die Auszeichnung nun positive Folgen haben könne, vermag Schlench nicht zu sagen. „Das lässt sich schwer einschätzen.“ 

Sicher ist, dass der „Literaturpalast“ sich in der einen oder anderen Weise weiterentwickeln soll. „Mein Herz schlägt beispielsweise sehr für das Thema Video, doch da fehlt mir noch die Kompetenz.“ Der Wunsch ist auch, jene Orte zu bereisen, über die Schlench in seinen Beiträgen schreibt. Das ist in Corona-Zeiten ohnehin schwierig. Das gilt auch für ein Stipendium in Rumänien, dass er gerade erhalten hat. Ein Antritt ist derzeit verschoben.  

 

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