Björn Stephan über »Nur vom Weltraum aus ist die Erde blau«

In den aktuellen Frühjahrs-Programmen finden sich zahlreiche Romandebüts deutschsprachiger Autorinnen und Autoren. buchreport stellt 15 dieser Newcomer in Steckbriefen vor. Heute: Björn Stephan.

Mein Roman in drei Sätzen

Björn Stephan, geboren 1987 und aufgewachsen in Schwerin, lebt in München. Als Reporter schreibt er für die Wochenzeitung „Die Zeit“ und für das Magazin der „Süddeutschen Zeitung“. Seine Reportagen wurden vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Sozialpreis, dem Axel-Springer-Preis und dem Reporterpreis. Mit „Nur vom Weltraum aus ist die Erde blau“ (Galiani) stellt er sein literarisches Debüt vor. (Foto: Mario Wetzel)

Es geht um Sascha Labude, einen 13 Jahre alten Jungen, der einzigartige Wörter sammelt, und um Juri, ein Mädchen, das alles über das Universum weiß. Es geht um die Poesie des Plattenbaus, um einen Sommer im Jahr 1994, um Herkunft und Erinnerung. Und es geht um ein Wort, das fehlt; ein Wort das beschreibt wie es ist, wenn du den Ort, den du am meisten liebst, verlassen musst.

Mein Weg zu Galiani

kam über den tollen Alfio Furnari von Landwehr & Cie zustande.

Das Verdienst meiner Lektorin

ist sehr groß, um nicht zu sagen, riesig. Danke, Esther Kormann!

Mein Eindruck von Literaturbetrieb und Buchbranche

Ganz gut. Wobei es natürlich noch viel zu früh ist, um das zu beurteilen. Aber was ich sagen kann, ist, dass zumindest bei Galiani alle mehr als freundlich sind, nämlich: zugewandt, bestärkend, unermüdlich, genau, und wahnsinnig gut und erfahren in dem, was sie machen.

Meine Lieblingsbuchhandlung

CoLibris in München, nahe des Rot-Kreuz-Platzes.

Meine Lieblingsautoren

Schwierig, weil es so viele und so viele ganz verschiedene gibt, die ich toll finde: zum Beispiel Rachel Kushner (da besonders „Flammenwerfer“) oder Thomas Pletzinger („Bestattung eines Hundes“!) oder John Green oder Gabriele Tergit (die ich erst vor Kurzem entdeckt habe) oder Chimamanda Ngozi Adichie. Und natürlich muss ich auch unbedingt noch Elena Ferrante nennen (da mich in letzter Zeit, das heißt in den vergangenen Jahren, kaum etwas so sehr begeistert hat wie die „Neapolitanische Saga“).

So lese ich

Am liebsten liegend, Sofa. Manchmal auch sitzend, Sessel. (War das gemeint?)

Schreiben ist für mich

Im Journalismus: meistens Arbeit. Beim Roman: vor allem Freude, gelegentlich sogar, ein großes Wort, Erfüllung. Gleichzeitig, und das ist kein Widerspruch, ist Schreiben natürlich aber auch immer: sehr anstrengend. Danach bin ich meistens sehr müde.

Wenn ich nicht gerade schreibe

Mache ich andere Dinge.

Warum haben Sie dieses Debüt ins Programm genommen?

Dieses Debüt ist ein Glücksfall! Es erzählt von drei äußerst sympathischen Jugendlichen – einem ziemlich coolen, naturwissenschaftlich begabten Mädchen und zwei Jungs mit Faible für Sprache und Musik – die in einer rauen Umwelt aufwachsen. Während ihre Umwelt von Orientierungslosigkeit geprägt ist, versuchen die drei hinter die Dinge zu sehen und werden in eine spannende Geschichte verwickelt. Der Autor Björn Stephan hat eine ganz eigene, moderne Sprache, die sich vor allem durch überraschende und einfallsreiche Bilder auszeichnet und mit der er zeigt, dass der Zauber sich oft da versteckt, wo man ihn am wenigsten vermutet. Der Roman erzählt von einer zurückliegenden Umbruchszeit und zielt dennoch mitten in unsere Gegenwart. Welcher Verlag wäre nicht froh, einen so starken Text veröffentlichen zu können?

Esther Kormann, stellv. Programmleitung

 

Debütantinnen und Debütanten – im buchreport.magazin 01/2021

 

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