Bibiana Beglau und Ulrich Noethen sind beste Interpreten

Die Preisverleihung mit Götz Alsmann im Gala-Format findet am 7. März im Kölner Funkhaus statt. Sie ist gleichzeitig der Auftakt zur diesjährigen Lit.Cologne. Die Preisträger in den jeweiligen Kategorien im Überblick:

  • Bibiana Beglau erhält den Preis als „Beste Interpretin“ für ihre über achtzehnstündige Lesung des Romans „Die Unglückseligen“ von Thea Dorn (Der Hörverlag). Aus einem anspruchsvollen Schreibkunstwerk mache die leidenschaftliche Schauspielerin mit ungeahnter Leichtigkeit und großer stimmlicher Bandbreite ein mitreißendes Sprechkunstwerk, lobt die Jury.
  • Als „Bester Interpret“ wird Ulrich Noethen für die Lesung von Friedrich Anis Roman „Nackter Mann, der brennt“ (Hörbuch Hamburg) geehrt. Dem Schauspieler wird „große Kunst“ bescheinigt. Er profiliere den komplexen Charakter des Protagonisten so präzise, dass dieser dem Hörer näher komme, als ihm lieb ist. Die verstörende Geschichte eines Missbrauchsopfers, das selbst zum Täter wird, bewirke dadurch „ein Gruseln über den Text hinaus“.
  • Regisseur Leonhard Koppelmann und Autor Frank Witzel teilen sich den Preis in der Kategorie „Bestes Hörspiel“. Auf der Grundlage des Romans „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“, für den Witzel 2015 den Deutschen Buchpreis gewann, haben die beiden Preisträger mit der Hörspielfassung (Beleville Verlag Michael Farin), so die Jury, „ein eigenständiges Kunstwerk“ erschaffen, zu dem der Autor selbst die Musik komponierte.
  • Den Preis für das „Beste Sachhörbuch“ bekommt Hans Sarkowicz, beim Hessischen Rundfunk Leiter des Bereichs Kultur und Wissenschaft, für „Geheime Sender. Der Rundfunk im Widerstand gegen Hitler“ (Der Hörverlag). Dank jahrzehntelanger Archiv-Recherchen sei Sarkowicz „eine einzigartige Dokumentation der historischen Rundfunkquellen“ gelungen. Sein mit zahlreichen Originaltönen ausgestattetes Feature belege eindrucksvoll, dass „Rundfunkgeschichte als Paradigma der Zeitgeschichte“ zu verstehen sei, heißt es in der Begründung.
  • In der Kategorie „Beste Unterhaltung“ setzte sich der Theaterschauspieler Joachim Meyerhoff durch. Die als Live-Mitschnitt veröffentlichte Lesung seines dritten autobiografischen Romans „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ (Random House Audio) sei zugleich „irrsinnig komisch“ und „zu Tränen rührend tragisch“, schreibt ihm die Jury ins Zeugnis.

Gemeinsam mit dem Deutschen Hörbuchpreis werden zwei Partnerauszeichnungen verliehen: „Hörbuch des Jahres 2016“ der hr2-Hörbuchbestenliste ist das Hörspiel „Manhattan Transfer“ nach dem Roman von John Dos Passos in der Regie von Leonhard Koppelmann und Hermann Kretzschmar (Hörbuch Hamburg). Für den Publikumspreis HörKules kann unter www.hoerkules.de noch bis zum 15. Februar abgestimmt werden.

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