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Bertelsmann meldet erneut bessere Zahlen im 1. Halbjahr

Corporate Center von Bertelsmann in Gütersloh (Foto: Bertelsmann)

Der Medienriese Bertelsmann hat für das 1. Halbjahr 2022 erneut höhere Zahlen ausgewiesen. Das internationale Medien-, Dienstleistungs- und Bildungsunternehmen erzielte einen höheren Konzernumsatz, ein operatives Ergebnis (Operating EBITDA) noch über dem Rekordwert des Vorjahres sowie ein Konzernergebnis von 492 Mio Euro.

Insbesondere die Unternehmensbereiche RTL Group, BMG und Arvato hätten zu der positiven Geschäftsentwicklung beigetragen, teilt das Unternehmen mit. Insgesamt erzielte Bertelsmann Fortschritte entlang aller fünf strategischen Wachstumsprioritäten. Bertelsmann plant zudem Investitionen bis 2025 von 5 bis 7 Mrd Euro. Allein im ersten Halbjahr 2022 investierte Bertelsmann rund 750 Mio Euro.

Der Konzernumsatz von Bertelsmann legte im Vergleich zum Vorjahr um 6,9% auf 9,3 Mrd Euro (H1 2021: 8,7 Mrd Euro) zu. Das organische Umsatzwachstum betrug 3,8%.

Das Operating EBITDA erzielte mit 1,429 Mrd Euro (H1 2021: 1,417 Mrd Euro) trotz eines herausfordernden Marktumfelds und höherer Streaming-Investitionen einen neuen Höchstwert. 

Ein Blick auf die Buchsparte:

  • Im Bereich Inhalte steht natürlich Penguin Random House im Fokus. Dort meldet Bertelsmann zunächst einen Umsatzanstieg von 1,8 Mrd Euro auf 1,9 Mrd Euro, der jedoch durch Währungseffekte getragen wird.
  • Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA): Tatsächlich gingen Umsatz und Ergebnis zurück – eine Folge der branchenweit bekannten Themen Inflation und Lieferkettenprobleme. In Zahlen macht das einen Rückgang des Operating EBITDA um 20,6% von 324 Mio Euro im 1. Halbjahr 2021 auf 257 Mio Euro im 1. Halbjahr 2022.

Die geplante Übernahme von Simon & Schuster steht weiter aus, zuletzt sorgte die Verhandlung für einem US-Bezirksgericht in Washington für Aufmerksamkeit. Das Urteil wird im Herbst erwartet. 

Die Verlagsgruppe profitierte im ersten Halbjahr erneut von starken Backlist-Titeln wie „Atomic Habits“ von James Clear sowie „Where the Crawdads Sing“ von Delia Owens, das sich vor einem Kinostart allein in den USA weitere zwei Millionen Mal verkaufte. Auch Neuerscheinungen wie „Sparring Partners“ von John Grisham oder „How To Raise An Antiracist“ von Ibram X. Kendi waren erfolgreich. Im Kinderbuchsektor verkauften sich die Klassiker von Dr. Seuss in allen Formaten und Ausgaben mehr als 5,7 Millionen Mal. Penguin Random House sicherte sich für seine englischsprachigen Verlage die Rechte an den Memoiren des U2-Sängers Bono, die unter dem Titel „Surrender“ weltweit am 1. November 2022 erscheinen sollen.

Im deutschsprachigen Raum gingen die Umsätze der Penguin Random House Verlagsgruppe vor dem Hintergrund einer schwachen Marktentwicklung zurück. In Spanien oder Großbritannien dagegen lief das Geschäft besser. 

Post von Markus Dohle

Der PRH-CEO Markus Dohle wandte sich zugleich mit einem Schreiben an den Verlag, betonte den stabilen Geschäftsbetrieb, verwies aber auch auf die Herausforderungen: „Weltweit werden erhebliche Kostensteigerungen, unter anderem von Papier und Produktion bis hin zu Vertrieb und Fracht, in absehbarer Zeit nicht verschwinden. Daher müssen wir alle unser Geschäft mit einer schlanken, effizienten und produktiven Denkweise angehen und gleichzeitig den Wert für unsere Autoren und ihre Werke maximieren. Letztendlich geht es und wird es immer um die Bücher und die Maximierung der Lesernachfrage nach jedem einzelnen von ihnen.“

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