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Bertelsmann jetzt im Spitzentrio der weltgrößten Buchkonzerne

„Stabil und dynamisch – vor der Coronakrise“ titelte buchreport vor einem Jahr und beschrieb damit die Ausgangslage der weltgrößten Buchkonzerne, mit der diese ins Pandemiejahr 2020 gegangen waren. Mit der neuen Auflage von „Global 50“, dem Ranking der weltgrößten Buchkonzerne, zeigt sich, wie sich die großen, häufig weltweit aktiven Häuser 2020 geschlagen haben.

Auch 10 deutsche Unternehmen sind gelistet

„Global 50“ erfasst die Daten von insgesamt 55 Verlagshäusern, die 2020 zusammengenommen auf Umsätze von umgerechnet rund 55 Mrd Euro kommen. Der Gesamtumsatz liegt damit leicht unter dem, was dieselben Unternehmen für das Geschäftsjahr 2019, dem Jahr vor der Pandemie, gemeldet hatten: Nominal liegt der addierte Umsatz um 6% niedriger, aber dahinter stecken wesentlich Wechselkurseffekte zwischen den ursprünglich gemeldeten Währungen und dem hier angewandten Euro. Unternehmen, die im russischen Rubel und brasilianischen Real berichten, waren besonders stark von solchen Effekten betroffen.

Insgesamt stehen die 10 größten Unternehmen (s. Tabelle unten) seit einem guten Jahrzehnt unverändert für etwa die Hälfte der kumulierten Umsätze, bei den Top 20 liegt der Anteil dann bei über 70%. Bereits in der Spitzengruppe wird das Umsatzgefälle rasch größer. Auch Änderungen in der Zusammensetzung der Top 10 sind selten, bis auf gelegentliche Wechsel in der Reihenfolge. 2020 zählt in dieser Hinsicht zu den auffälligeren Jahren:

  • Angeführt werden die „Global 50“ wie gehabt von den international agierenden Fachinformationsanbietern RELX/Reed Elsevier und Thomson Reuters mit ihren ausdifferenzierten, stark digital getriebenen Angeboten.
  • Bertelsmann mit der weltgrößten Publikumsverlagsgruppe PRH Penguin Random House (und hinzugerechneter kleinerer Bildungssparte) hat die 4-Mrd-Grenze überschritten und ist von Platz 4 auf Platz 3 vorgerückt. Die weltgrößte Publikumsverlagsgruppe PRH wuchs im Geschäftsjahr 2020 um 4,6% auf rund 3,8 Mrd Euro – ohne Zukäufe. Bereinigt um Wechselkurseffekte betrug das Buch-Wachstum sogar 6,7%. Geben die US-Wettbewerbshüter den Megadeal frei, baut PRH mit Simon & Schuster, das 2020 in den USA einen Sachbuch-Bestseller nach dem anderen ablieferte, seine Marktmacht weiter aus und wird ungefähr doppelt so groß sein wie sein nächster Verfolger, die ebenfalls international aktive Verlagsgruppe Hachette (Platz 6).
  • Die langjährige Nummer 1 des Rankings, der stark umgebaute britische Bildungskonzern Pearson, büßt dagegen das dritte Jahr in Folge einen Platz ein und liegt nach einem 10%-Umsatzrückgang (ohne Portfolio- und Währungseinflüsse) jetzt auf Platz 4.
  • Der chinesische Verlag Phoenix – im Publikums- und Bildungsbereich aktiv – konnte sich trotz Umsatzminus an den US-Gruppen HarperCollins und Scholastic vorbeischieben und ist jetzt neu in den Top 10 vertreten.

Global 50: Größte Buchkonzerne

Rang/KonzernUmsatz*
1.RELX Group (GB/NL/USA)4,8
2.Thomson Reuters (USA)4,2
3.Bertelsmann (D)4,1
4.Pearson (GB)3,8
5.Wolters Kluwer (NL)3,5
6.Hachette Livre (F)2,4
7.Springer Nature (D)1,6
8.John Wiley & Sons (USA)1,5
9.Phoenix (VRC)  1,4
10.HarperCollins (USA)1,4
* Buchumsatz in Mrd Euro | Quelle: Global 50. The Ranking of the Publishing Industry 2021

Neben Bertelsmann werden 9 weitere deutsche Unternehmen bei „Global 50“ erfasst. Der Wissenschafts- und Fachinformationsspezialist Springer Nature ist ebenfalls Teil der Top 10. Auch die separat von Springer Nature gewerteten Holtzbrinck-Publikumsverlage, die Bildungsverlage Klett, Westermann und Cornelsen, sowie die Fachverlags-Größen Haufe, WEKA, C.H. Beck und Thieme sind vertreten.

Die Branchenvermessung „Global 50. The Ranking of the Publishing Industry 2021“ wird unter Federführung von „Livres Hebdo“ (Paris) und Rüdiger Wischenbart Content and Consulting in Kooperation mit internationalen Branchenmagazinen herausgegeben:

Das Ende der ruhigen Übernahmejahre

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