Bertelsmann-Buchchef Dohle: Global wachsen

Das Reich des Markus Dohle wächst und wächst. Seit 11 Jahren ist Dohle (51) Bertelsmann-Buchvorstand und führt die weltgrößte Publikumsverlagsgruppe. Dohle hat sie mit bemerkenswert geräuschloser Integration von Penguin 2013 zu Penguin Random House (PRH) weiterentwickelt und anschließend mit Fokus auf den lateinamerikanischen Markt mit weiteren Akquisen arrondiert. Als Märkte mit besonderer Wachstumsdynamik hat Dohle außerdem den asiatischen Raum im Blick: Auf seinem Schreibtisch gemahnen die Fähnchen von China, Indien und Brasilien an die ermerging markets..

Als Markus Dohle 2008 von Bertelsmann an die Spitze von Random House berufen wurde, galt er als Außenseiter, dessen Buchaffinität sich als Manager von Mohn-Druck und VVA auf Logistisches erschöpfte. Der damalige Konzernchef Hartmut Ostrowski beeilte sich denn auch zu versichern: „Dohle is a big reader.“ Tatsächlich hat Markus Dohle in den vergangenen Jahren bewiesen, dass er neben positivem Spirit und strategischem Geschick auch mit Autoren und Lektoren kann und dass er die Werte der Branche hochhält.

100% PRH und weiter wachsen

Bisher hielt der britische Medienkonzern Pearson noch einen 25%-Anteil an PRH, den jetzt Bertelsmann übernimmt. PRH wird damit zur 100%-Tochter und wird dann auch das deutsche Stammgeschäft integrieren, die in München angesiedelte Verlagsruppe Random House. Die deutsche Gruppe (u.a. Goldmann, Heyne, Luchterhand, Blanvalet) steht auf Platz 5 im buchreport-Ranking „Die 100 größten Buchverlage“

Bertelsmann zahlt jetzt 675 Mio US-Dollar an Pearson, unterstreicht sein Bekenntnis zum Buch und gibt Buchvorstand Markus Dohle grünes Licht für weiteres Wachstum, auch durch weitere Akquisen. Hier geht es zur Meldung der Übernahme aller Penguin Random House-Anteile. 

Wer ist der oberste Bertelsmann-Buchmanager? Im Frühjahr 2019 hat buchreport Markus Dohle in New York ausführlich vernommen. Im Interview zeichnet er das Bild einer robusten Branche: »Wir haben allen Grund, optimistisch zu sein« (PLUS).

Markus Dohle (r.) mit buchreport-Redakteuren Lena Scherer und Thomas Wilking (Foto: Paul Brissman)

Im Interview beantwortet Markus Dohle u.a. folgende Fragen:

  • Weshalb die fehlende Dynamik des deutschen Buchmarktes relativiert werden sollte
  • Welche Gemeinsamkeiten Buchverlage und Silicon-Valley-Start-ups aufweisen
  • Welche Wechselwirkungen es zwischen Video- und Buchformaten gibt
  • Wann Hörbücher die E-Books überholen
  • Warum E-Books ein Geschenk für Verlage sind
  • Warum die Buchbranche Flatrate-Modelle vermeiden sollte
  • Wie die Verlage und andere Kreativbetriebe von Bertelsmann zusammenarbeiten
  • Warum Penguin Random House bei der digitalen Kontaktpflege mit Lesern im Vorteil ist.

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